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Auf meiner Website finden Sie Texte zu den Evangelien und Lesungen der Sonntage, sowie zu den Festen und Gedenktagen der Heiligen.
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Christkönig

Gott als Hirte (Ez 34)

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden? Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide. Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht und die starken misshandelt ihr. (Ez 33,1-4)

Im vorangegangenen Kapitel wurde der Prophet Jesaja von Gott dem Volk Israel zum Wächter gegeben, um dem Volk das Wort Gottes mittzuteilen und die zu warnen, die in Sünde gefallen sind. Hier nun wird gezeigt, warum diese Wächterfunktion des Propheten notwendig geworden ist. Die Führer Israels kümmern sich nicht mehr um das Volk. Sie sehen nur noch auf den eigenen Vorteil. Sie bedienen sich am Vermögen des Volkes ohne für Gerechtigkeit zu sorgen und die Schwachen zu unterstützen.
Dieser Text aus Ezechiel wurde als Lesung am Christkönigssonntag im Lesejahr A gewählt. Im Evangelium hören wir vom Jesus, der als Weltenrichter erscheint. Als solcher wird er mit einem Hirten verglichen, der die Schafe von den Böcken trennt. Die Schafe sind die Auserwählten, die Böcke die Verworfenen. Grund für ihre Verwerfung sind ihre Vergehen, die sehr ähnlich lauten wie das, was Ezechiel hier den schlechten Hirten vorwirft:

Ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben;
ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen;
ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben;
ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. (Mt 25,42-44)

Die Hirten tun ihre Pflicht nicht, sie bedienen sich an Milch, Wolle und Fleisch der Herde aber führen sie nicht auf die Weide und geben ihr so keine Nahrung. Sie kümmern sich nicht um die schwachen, kranken und verletzten Tiere und suchen nicht die verirrten. Darum fordert Gott Rechenschaft von ihnen und entzieht ihnen Gott das Hirtenamt.

So spricht Gott, der Herr: Nun gehe ich gegen die Hirten vor und fordere meine Schafe von ihnen zurück. Ich setze sie ab, sie sollen nicht mehr die Hirten meiner Herde sein. (Ez 34,10)

Gott rettet die Schafe aus der Hand der schlechten Hirten. Mehr noch, er wird sich von nun an selbst um seine Schafe kümmern.

Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern. Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe. (Ez 7,11-12)

Gott kümmert sich um sein Volk, das sagt der Prophet dem Volk Israel zu und in Jesus Christus wird diese Hirtensorge Gottes um alle Menschen konkret. Jesus selbst sagt von sich, dass er der gute Hirte ist (Joh 10), im Gleichnis vom verlorenen Schaft zeigt er, wie wichtig ihm die Sorge auch um die verirrten Schafe ist. Der gute Hirte lässt die 99 Schafe auf der Weide zurück, um das verirrte Schaft zu suchen (Mt 18,12-14). Gott kümmert sich als der gute Hirte um sein Volk, damit auf den rechten Weg finden. Er heilt die Wunden und will alle auf eine fruchtbare Weide führen, damit sie sich stärken können und glücklich sind (vgl. Ps 23). Gott will, dass keiner verloren geht.

Mein Heiland trauert über meine Sünden. Mein Heiland kann sich nicht freuen, solange ich in Verkehrtheit bleibe. (Origenes)

So ist auch die Gemeinschaft der Heiligen nicht vollendet und die Freude der Gerechten nicht vollkommen, solange nicht alle Erwählten an ihr teilhaben.
Diese Sorge Gottes müssen wir stets vor Augen haben, wenn wir vom Gericht Gottes reden. Ja, auch zum Gericht wird der Herr kommen wie ein Hirte.

Alle Völker werden von ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. (Mt 25,32)

Doch dieser endgültigen Trennung von Schafen und Böcken, von Guten und Bösen, geht die unermüdliche Hirtensorge Gottes voran, der ständig die verirrten sucht und nach ihnen ruft, der sich ständig um die verletzten kümmert und ihre Wunden heilt und der alle auf fruchtbare Weide führt, dass sie stark und kraftvoll bleiben. Nur wer diese Hirtensorge Gottes zurückweist, wer sich bewusst gegen sie entscheidet, die Stimme Gottes hört, aber ihr nicht folgt, und die liebende Hand, die sich ihm entgegenstreckt schroff abweist, und wer nicht bereit ist, seinen Mitmenschen auch nur den kleinsten Liebesdienst zu erweisen, der läuft in Gefahr, dass ihm diese ewige Verdammnis trifft.
Immer wieder neu versucht der Prophet Ezechiel deutlich zu machen, wie groß Gottes Fürsorge für sein Volk ist. Kann es da noch sein, dass jemand nicht gerettet werden kann?

Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn. Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist. (Ex 34,15-16)

Gott als Hirte - das ist eine Ergänzung zu dem Bild von Gott als Richter. Viele lehnen die Vorstellung eines richtenden Gottes ab. Gott als Richter, das ist doch Angstmache, das widerspricht doch dem Gott der Liebe, den uns das Neue Testament schildert. Vielleicht stellen wir uns das Gericht Gottes aber einfach nur zu menschlich vor. Wir erwarten, dass Gott wie ein Mensch richten wird. Dabei sollten wir doch wissen, dass Gott stets anders ist, als wir ihn uns vorstellen und dass er alle unsere Gedanken übersteigt. Was wissen wir Menschen schon davon, wie Gott, der ganz Liebe ist und der nichts anders kann als lieben, über eine Welt richten wird, die er aus Liebe geschaffen hat. Gott will die Rettung aller und es schmerzt ihn jeder Mensch, der sein Angebot der Liebe zurückweist.

Christkönig

Die Sieben Werke der Barmherzigkeit (Mt 25)

Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank, und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

In der Rede Jesu vom Gericht Gottes über die Welt (Mt 25,31-46) gelten die Werke der Barmherzigkeit als Richtschnur für ein Leben nach dem Willen Gottes. Die christliche Tradition kennt davon ausgehend sieben Werke der Barmherzigkeit:

Hungrige speisen
Durstige tränken
Fremde beherbergen
Nackte kleiden
Kranke pflegen
Gefangene besuchen
Tote bestatten.

Das siebte Werk der Barmherzigkeit, die Pflicht, die Toten zu begraben, hat die Tradition der Kirche zu den in der Rede Jesu genannten Werken hinzugefügt, um auf die Zahl von sieben Werken zu kommen. Zugleich weist damit aber die symbolische Siebenzahl auch darauf hin, dass die Liste der Werke der Barmherzigkeit nicht mit den genannten Werken als abgeschlossen gilt, sondern die ganze Fülle umfasst, in der ein Mensch seine Barmherzigkeit einem anderen gegenüber zum Ausdruck bringen kann.
Neben den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit kennt die Tradition auch die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit: Unwissende lehren, Zweifelnden raten, Irrende zurechtweisen, Trauernde trösten, Unrecht ertragen, Beleidigungen verzeihen, für Lebende und Tote beten.
Vorbild für das Tun der Barmherzigkeit sind die Heiligen. Bekannte Beispiele sind der Hl. Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat oder die Hl. Elisabeth, die sich der Armen, Kranken und Hungernden angenommen hat. In unserer Zeit ist besonders Mutter Theresa für ihr barmherziges Handeln den Ärmsten der Armen gegenüber bekannt. Doch wir brauchen nicht nur auf die bekannten großen Heiligen, deren Maßstab wir vielleicht nie erreichen werden, zu blicken. Sicher gibt es ganz in unserer Nähe Menschen, die unscheinbar und verborgen in ihrem Alltag anderen Barmherzigkeit erweisen.

Quelle und Ziel aller christlichen Barmherzigkeit ist die Liebe Gottes.
"Seid barmherzig, wie es auch euer himmlischer Vater ist", sagt Jesus (Lk 6,36). Gott beschenkt uns unermesslich mit seiner Liebe und wir sind dazu berufen, diese Liebe weiter zu schenken.
Daher darf das Tun der Barmherzigkeit nicht mit dem Gedanken an Lohn verbunden werden. Vielmehr soll es eine Selbstverständlichkeit sein und nichts Besonderes, ja eine Verpflichtung. "Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan." (Lk 17,10) Für die Gerechten ist das Tun der Barmherzigkeit so selbstverständlich, dass sie Jesus fragen: "Wann haben wir das alles getan?"
Jesus solidarisiert sich mit den Menschen in Not.
Unsere Liebe zu Gott und zu den Menschen zeigt sich darin, wie wir uns den Menschen in Not gegenüber verhalten. Es gibt im Christentum nichts, weder im Dienst an Gott noch im Dienst an den Menschen, was über der Pflicht zur Hilfeleistung einem Bedürftigen gegenüber steht. Besonders deutlich wird das im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37). Der Samariter hat barmherzig gehandelt - "Geh und handle genauso!" Diese Aufforderung Jesu muss für die Menschen aller Zeiten die höchste Maxime christlichen Lebens sein.

Lasst uns also, solange es noch Zeit ist,
Christus besuchen, Christus heilen,
Christus nähren, Christus bekleiden,
Christus beherbergen, Christus ehren.
(Hl. Gregor von Nazianz)

Mehr zu diesem Thema finden Sie auch auf der Seite über die sieben Werke der Barmherzigkeit.

Christus - Weltenherrscher (1Kor 15)

Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. (1Kor 15,20)

Paulus macht den Korinthern deutlich, dass Tod und Auferweckung Jesu Christi die Grundlage des Glaubens und die Voraussetzung für das Heil der Menschen sind. Ohne die feste Überzeugung, dass dies geschehen ist, bleibt der Glaube sinn- und kraftlos, die Annahme dieser Tatsache aber verleiht die Kraft, die das Leben verändert. Gott hat die Macht, Tote zum Leben zu erwecken und ein Gott, der diese Macht hat, vermag auch alles andere und wird sich stets für das Heil derer sorgen, die zu ihm gehören.

Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. (1Kor 15,21-22)

Die biblische Erzählung von Adam als ersten Menschen und vom Sündenfall im Paradies ist allgemein bekannt. Der Sünde Adams folgte die Vertreibung aus dem Paradies mit all den negativen Folgen für den Menschen. Auch im Paradies wäre Adam sterblich gewesen, jedoch hätte der Tod nicht diese zerstörerische Macht gehabt, die ihm in Folge der Sünde zugeschrieben wird. Die Erzählung vom Sündenfall will eine Erklärung dafür geben, wie in einer Welt, die Gott sehr gut geschaffen hat, Sünde, Leid und Tod überhaupt entstehen konnten. Auch wenn wir die biblische Erzählung nicht als Tatsache akzeptieren können, so ist doch die Tatsache unübersehbar, dass der Mensch immer wieder in Sünde fällt und in einer Welt aufwächst, die vom sündigen Verhalten der Menschen gekennzeichnet ist.
Gibt es für den Menschen eine Möglichkeit, der Macht von Leid, Sünde und Tod zu entkommen? Religionen und Philosophien zu allen Zeiten versuchen, dem Menschen eine Antwort auf diese Frage und Wegweisung zu geben. Fernöstliche Religionen sehen in der Meditation einen Weg, sich aus dem Kreislauf der Wiedergeburt zu befreien und schließlich in ein erfülltes Nichts, das Nirwana, einzugehen. Die Juden haben das Gesetz, von dem sie hoffen, dass dessen wörtliche Befolgung sie zu gerechten Menschen macht.
Der Mensch sehnt sich nach Glück und ewigem Leben, aber er kann die Grenze, die der Tod ihm setzt, nicht aus eigener Kraft überwinden und sich nicht selbst aus der Verstrickung der Menschheit in die Sünde befreien. Der Mensch bedarf der Erlösung, er bedarf der Befreiung aus der Macht von Sünde und Tode. Christlicher Glaube bringt die frohe Botschaft, dass Gott in seinem Sohn Jesus Christus die Menschen von Sünde und Tod befreit hat. Gott verlangt keine großartigen spirituellen Leistungen des Menschen, sondern allein den Glauben daran, dass die Erlösung Wirklichkeit geworden ist. In der Taufe setzt der Mensch ein Bekenntnis zu dieser Wirklichkeit und wird zugleich zu einem neuen Menschen, der von Sünde und Tod befreit ist und bereit ist, in das ewige Leben bei Gott hinüberzugehen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Christkönig
Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. (1Kor 15,23)

Der Gläubige hat durch die Taufe schon Anteil am neuen Leben bei Gott, aber in seinem konkreten Leben bleibt er doch ein normaler Mensch. Er wird sterben, er kann wieder in Sünde fallen. Ist die Befreiung von Sünde und Tod tatsächlich Wirklichkeit geworden oder ist der christliche Glaube nur ein großer Bluff, der den Menschen etwas verspricht, das nicht real ist? Wer kann beweisen, dass das stimmt, was Paulus den Korinthern verkündet hat und was Apostel und Prediger zu allen Zeiten den Menschen verkünden?
Für die Auferstehung Jesu Christi gibt es Zeugen, Paulus selbst gehört zu diesen Zeugen. Paulus selbst hat erfahren, dass Jesus lebt, und auch jeder Gläubige kann diese Erfahrung machen. Wer den Glauben mit fester Überzeugung annimmt, wird erfahren, wie Jesus Christus sein Leben verwandelt. Bereits in dieser Welt gibt der Glaube Kraft und Hoffnung und hat die Macht, Tote lebendig und Kranke gesund zu machen. Das neue Leben Gottes wird also doch bereits in dieser Welt sichtbar.
Und doch gibt es eine gewisse Verzögerung. Die ersten Gläubigen hatten die Hoffnung, dass Jesus bald wiederkommen wird. Nun sind fast zweitausend Jahre vergangen und Jesus ist noch immer nicht gekommen. Das erfordert eine Bewährung des Glaubens, weil er immer wieder mit Zweifel und Anfechtung zu kämpfen hat. Nur Gott weiß, wann der Herr wiederkommen wird. Nur Gott weiß, warum er mit dem Kommen so lange zögert. Die Gläubigen aber sollen wachsam sein und stets bereit, dass dieser Tag überraschend kommen kann.
Wenn Jesus wiederkommt, wird er alle, die zu ihm gehören, in das neue Leben mit ihm führen und er wird der Welt seine Macht offenbaren.

Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat. (1Kor 15,24-25)

Nicht ohne Grund wurde gerade dieser Lesungstext für den Christkönigssonntag ausgewählt. Jesus wird mit Macht wiederkommen als Herrscher und König der Welt. Die Erfahrung des Alltags mag uns etwas anderes zeigen. Wir haben den Eindruck, dass so viele Mächte größer sind als Gott. Wir fühlen uns oft den Kräften dieser Welt schutzlos ausgeliefert. Heute sind es vor allem die bangen Fragen, wie es weitergeht mit dieser Welt angesichts der fortschreitenden Umweltzerstörung, des rapiden Anstiegs der Weltbevölkerung, der zunehmenden Globalisierung und der Bedrohung durch Terrorismus, um nur einige der großen Ängste unserer Zeit zu nennen. Es braucht Menschen, die sich einsetzten für diese Welt, für Gerechtigkeit und Frieden, die den Mächtigen entgegentreten und für die Schwachen eintreten. Es braucht Menschen, die furchtlos den Glauben an Jesus Christus verkünden, Menschen, die überzeugt davon sind, dass Jesus Christus allein Herr der Welt ist und dass er stärker ist als all die Mächte, die unsere Welt bedrohen.
Mit diesem Glauben können wir schon jetzt in der Welt etwas bewirken. Wir sind den Kräften dieser Welt nicht schutzlos ausgeliefert. Wir sind keine Sklaven des Marktes, der Medien, der gottlosen Konsumgesellschaft. Wir können an einer anderen Welt bauen, die diesen Kräften entgegenwirkt, einer Welt, in der Friede und Gerechtigkeit herrschen. Das meint Reich Gottes auf Erden und ist keine Utopie, sondern real möglich, weil Gott es ermöglicht. Vertrauen wir Gott, dass wir mit seiner Kraft schon jetzt den Mächten des Bösen wiederstehen können. Dann werden wir erfahren, wie sie schon jetzt gegen Gottes Macht erliegen, weil sie ihm unterlegen sind. Sie können jetzt noch ihre Macht unter den Menschen verbreiten, die sich ihnen anschließen, die nicht auf Gottes Macht vertrauen, aber sie werden einmal ganz von Gott unterworfen.
Das Bild, das Paulus hier zeichnet, zeigt Jesus Christus als Herrscher der Welt. Der Vater ist es, der ihm alles zu Füßen legt. Der Vater überlässt seinem Sohn die Herrschaft über die Welt. Der Weg zum Vater führt über den Sohn. Wir haben nur über Jesus Christus Zugang zum Vater. Jesus Christus ist es, der die Gläubigen eint und ihnen Kraft gibt. Er wirkt in denen, die ihm vertrauen, zu allen Zeiten seine Wunder und zeigt seine Macht. Jesus Christus ist der König des Gottesvolkes auf Erden. Unter ihm sind alle Gläubigen vereint.
Am Ende der Welt wird Jesus Christus dann alle, die zu ihm gehören, zum Vater führen. Mit Jesus Christus vereint gehen alle Gläubigen zum Vater und werden eins mit ihm. Das ewige Leben wird in Gott sein, eine ewige Schau Gottes, eine tiefe Vereinigung mit ihm. Dann wird allein Gott sein und alle Gläubigen mit ihm.

Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod. Sonst hätte er ihm nicht alles zu Füßen gelegt. Wenn es aber heißt, alles sei unterworfen, ist offenbar der ausgenommen, der ihm alles unterwirft. Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem. (1Kor 15,26-28)

Der Tod wird als letztes entmachtet. Hier auf Erden können die Gläubigen die Erfahrung machen, dass sie mit Jesus Christus alle Mächte des Bösen besiegen können, der Tod aber bleibt für alle hier auf Erden Lebenden eine Grenze. Erst wenn Jesus Christus in Herrlichkeit wiederkommt, wird auch der Tod entmachtet. Dann wird ewiges Leben sein für die, die zu diesem Zeitpunkt noch auf Erden sind und für alle, die bereits verstorben sind. Alle wird der Herr mit sich vereinen und mit ihnen sich mit dem Vater vereinen.

Herr Jesus Christus,
lass mich erkennen, wie du verborgen
regierst als Herrscher der Welt,
so wie du einst bei deinem Tod am Kreuz
über Sünde und Tod triumphiert hast.
Lass mich darauf vertrauen, dass deine Macht
stärker ist als die Mächte dieser Welt,
dass ich mich vor nichts fürchten muss
und du mir immer Kraft gibst.
Herr Jesus Christus,
zeige dich den Gläubigen als Herrscher der Welt
dass wir mutig für dich eintreten
und für die Menschen, die uns anvertraut sind.
Zeige uns, wie dein Name die Welt verändert.
Lass uns schon jetzt in dieser Welt
in deinem Namen siegreich sein
und bei deinem Kommen in Herrlichkeit
mit dir und dem Vater vereint sein in Ewigkeit.
Amen.