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Herzlich willkommen!

Osterzeit
Die Himmel
mögen sich freuen,
die Erde jubeln
und feiern die ganze Welt,
die sichtbare
und die unsichtbare,
denn Christus ist erwacht.
Ewige Freude!
Christus erstand
von den Toten!
(Gebet der Ostkirche)

Christus ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!

So rufen die Christen seit frühesten Zeiten. Es ist ein Ruf der Hoffnung und der Zuversicht. Wenn ich glaube, dass Jesus wirklich auferstanden ist, dann weiß ich: das Leben ist stärker als der Tod, die Freude stärker als das Leid, das Licht stärker als die Finsternis.
Jesus ist mitten unter uns, auch hier und heute. Er hat Leiden und Tod bezwungen. Nun kann keine Macht der Finsternis mehr denen schaden, die an Christus Jesus glauben. Der Auferstandene wird uns durch alle Bedrängnisse, Leiden und Schmerzen dieser Welt hindurchführen in die Freude, das Licht und das Leben seiner Auferstehung.
Dafür danken wir in den Gottesdiensten mit dem frohen Osterlob "Halleluja". Das ist hebräisch und bedeutet: "Lobet den Herrn!" Mit dem Ostergruß "Frohe Ostern" geben wir die Freude über die Auferstehung Jesu Christi weiter.
Herr, deine Auferstehung öffnet uns das Tor zum Leben. Hilf uns, uns zu bereiten für das Leben mit dir und glaubwürdige Zeugen deiner Liebe zu sein, einer Liebe, die stärker ist als der Tod. Amen.

Herr, wir preisen dich für deine Auferstehung. Durch sie hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Du hast den Tod bezwungen und das Leben neu geschaffen. Du hast das getan für uns. Du lebst, damit wir mit dir leben. Dir sei Preis und Ehre! Amen.
Ostern

Mit Christus auferweckt

Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische! (Kol 3,1-2)

Auferstehung - Leben! Das Leben Jesu geht weiter. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung ist Jesus zurückgekehrt zu seinem Vater, mit dem er in Ewigkeit eins ist als der dreifaltige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Doch Jesu Leben geht auch weiter hier auf Erden. Jesus lebt in jedem Menschen, der an ihm glaubt. Somit hat die Osterbotschaft auch einen sehr konkreten Inhalt für uns alle.
Wir sind mit Christus auferweckt. Jesus ist nun nicht mehr auf Erden, aber wir sind berufen, sein Werk fortzuführen. Mit Jesus hat das Reich Gottes auf Erden begonnen. Wir sind Bürger dieses Reiches. Wir sollen unserer Berufung gemäß leben. Was das bedeutet, wird im Kolosserbrief in den nun folgenden Versen aber auch an vielen anderen Stellen des Neuen Testaments ausführlich beschrieben. Zugleich aber ist es eine immer neue Herausforderung, in jeder Zeit genau das zu tun, was Jesus uns gelehrt hat.
Was das bedeutet, bringt ein altes Gebet zum Ausdruck:

Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unser Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unser Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.
Wir sind mit Christus auferweckt, neues Leben ist uns allen geschenkt.
Auferstehung - das Leben Jesu geht weiter, im Leben jedes einzelnen Menschen.
Jesus Christus, Hoffnung der Welt, jeder Mensch der in Christus lebt, ein Hoffnungsträger.
Was Jesus einst getan hat, kann auch heute geschehen.
Wir sind mit Christus auferweckt, leben wir, wie er es getan hat.
Auferstehung - Sieg des Lebens, das Reich Gottes ist mitten unter uns.
Ostern

Markus - Anders als erwartet

Am Ostermorgen, als endlich die Sabbatruhe vorüber ist, brechen drei Frauen in aller Frühe auf, und machen sich auf den Weg zum Grab Jesu. Sie haben Jesu Tod am Kreuz miterlebt und beobachtet, wohin der Leichnam Jesu gelegt wurde. Nun haben sie in aller Eile Salböl gekauft und wollen damit dem Leichnam Jesu die letzte Ehre erweisen. Es ist ungewöhnlich, dass dies erst so viele Stunden nach Jesu Tod geschieht, aber sein Tod kam so überraschend und war wohl so schockierend, dass sie dafür vorher keine Gelegenheit fanden. Außerdem war ja zunächst unklar, wo und wie Jesus überhaupt begraben würde. Erst als Joseph von Arimathäa zu Pilatus ging, zeichnete sich eine Lösung ab, da war es aber schon spät abends, kurz vor Beginn der Sabbatruhe.
Markus betont, dass es nach der Sabbatruhe der frühestmögliche Zeitpunkt ist, an dem die Frauen zum Grab gehen, um den Leichnam Jesu zu salben. Sie müssen sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet haben, vielleicht haben sie sogar die ganze Nacht hindurch gewacht, damit sie den ersten Sonnenstrahl nicht verpassen, der ihnen erlaubt, die Sabbatruhe zu beenden.
Doch am Grab ist alles so sonderbar. Sie müssen erkennen, das alles anders läuft, als sie es erwartet hatten, dreimal.

Die erste Sorge der Frauen war, wie sie in das Grab kommen können. Der Stein, der es verschloss, war so schwer, dass sie es selbst zu dritt nicht geschafft hätten. Doch als sie ans Grab kommen, sehen sie, dass der Stein bereits weggewälzt ist.
Sind auch wir bereit, für die Überraschungen in unserem Leben? Vertrauen wir darauf, dass der Gott, der die Toten lebendig machen kann, auch so kleines vermag, wie einen Stein aus dem Weg zu räumen, der uns den Weg in eine erfüllte Zukunft verschließt? Vertrauen wir darauf, dass Gott uns eine Tür öffnen kann, eine Ausweg, den wir nicht erwartet hätten?
Was versperrt mir den Weg? Woran hänge ich fest, wo komme ich nicht weiter? Herr, befreie mich von den Steinen, die mir den Weg versperren und zeige mir das Ziel, das vor mir liegt, wenn ich auf dich vertraue.

Ostern

Die Frauen kamen zum Grab, um dort dem Leichnam Jesu die letzte Ehre zu erweisen. Doch der Leichnam Jesu ist weg, das Grab ist leer. Stattdessen sitzt da ein Engel, der bereits auf sie zu warten scheint. Diese Begegnung erschreckt sie. Damit haben sie nicht gerechnet. und einem Engel begegnet man ja nicht alle Tage. Jesus ist nicht mehr da, der Engel sagt ihnen, dass er auferstanden ist. Sie verstehen nicht, was das zu bedeuten hat.
Diese Botschaft des Engels aber ist das Entscheidende, das Markus jedem Leser seines Evangeliums ans Herz legt. Das Grab Jesu ist leer. Der gekreuzigte ist Auferstanden. Das bedeutet, er lebt! Der Tod ist überwunden, er hat keine Macht mehr über die Menschen. Alle Bosheiten und Anfeindungen der Menschen, alle Drohungen und Hinrichtungen können den Glauben an diesen Jesus nicht erschüttern. Jesus lebt und jeder, der glaubt, lebt mit ihm. Alles Irdische ist vergänglich, alle irdische Macht begrenzt. Die Kraft des Glaubens aber ist unbegrenzt und Gott ist ewig. Wer sich an ihn hält, braucht sich nicht zu fürchten, nicht einmal vor dem Tod.

Christus ist von den Toten erweckt,
der Erstling der Entschlafenen.
Der Erstgeborene der Schöpfung,
der Schöpfer all dessen, was ist,
hat die verdorbene Natur unseres Geschlechts
in sich erneuert.
Nicht mehr der Tod übt die Herrschaft aus,
sondern der Gebieter über das All
hat seine Macht vernichtet.
(Gebet der Ostkirche)

An Ostern geht es nicht nur um den Menschen, sondern um die ganze Schöpfung. Die Schöpfung wird durch den Menschen geheiligt, denn sie ist dem Menschen anvertraut. Das Urbild der Schöpfung ist ein vertrautes Verhältnis zwischen Gott, Mensch und Natur. Durch die Auferstehung Jesu wird dieses Urbild der Schöpfung wiederhergestellt.
Der leere Grab und der Auferstandene, das ist nicht nur etwas, das sich vor langer Zeit ereignet hat. Jesu Auferstehung betrifft auch konkret mein Leben heute. Glaube ich daran, dass Gott uns in Jesus Christus neues Leben geschenkt hat? Bin ich bereit, mich auf dieses neue Leben einzulassen? Bin ich bereit, für die Veränderungen, die Jesu Auferstehung auch für mein Leben bedeuten kann?
Die Frauen wollten Jesus salben, wollten dem Toten die letzte Ehre erweisen, und haben scheinbar vergessen, dass diese Salbung bereits in Betanien vollzogen wurde (14,3-9) Sie wollten den Weg mit Jesus zu einem würdigen Abschluss bringen, doch dieser Weg fängt nun ganz neu an: Los, sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.
Doch die Frauen stehen erst einmal verwundert da und wissen nicht, wie es weitergeht. Sie müssen die neue Situation erst realisieren. Das dauert. Sie brauchen Zeit, um zu verstehen, was der Engel ihnen gesagt hat. dass Jesus lebt ist für sie keine Selbstverständlichkeit, sondern eine gänzlich unerwartete Veränderung. Auch für uns sollte die Auferstehung Jesu keine Selbstverständlichkeit sein und wir sollten uns immer neu überwältigen lassen von der Größe dieses Ereignisses.

Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich. (Mk 16,8)

Mit diesen Worten endete ursprünglich das Markusevangelium. Ein Ende mit Schrecken, könnte man denken. Voller Furcht fliehen die Frauen vom Grab. Niemand erfährt von der Botschaft des Engels, der die Auferstehung Jesu verkündet. Warum lässt Markus sein Evangelium so enden? Die Frauen, die aus Furcht vom Grab fliehen, können doch nicht das letzte Zeichen christlicher Hoffnung sein.
Allein aber die Tatsache, dass Markus sein Evangelium geschrieben hat und dass es Leser gefunden hat zeigt, dass Flucht und Furcht nicht die letzten Ereignisse in Verbindung mit Jesu Leben waren. Die Botschaft des Auferstandenen wurde weiter erzählt und viele, die sie gehört haben, haben sie im Glauben angenommen. Die Jünger sind dem Auferstandenen in Galiläa begegnet. In Galiläa hat der Weg begonnen, den Jesus mit den Seinen gegangen ist. In Galiläa beginnt nun ein neuer Weg mit Jesus, ein Weg, den alle Menschen zu allen Zeiten mit Jesus gehen können.
Auf ihrem Weg mit Jesus haben die Jünger immer mehr gelernt, wer dieser Jesus ist und sie haben gelernt, so zu leben wie er. Nun ist der Leser aufgefordert, seinen eigenen Weg mit Jesus zu gehen. Die Fortsetzung des Evangeliums ist die Glaubensgeschichte jedes einzelnen Menschen, die Geschichte der Begegnung und Freundschaft mit Jesus. Jeder Mensch ist dazu berufen, von Jesus Zeugnis zu geben. Der Auftrag des Engels an die Frauen ist an jeden Menschen gerichtet: Los geh und verkünde den Menschen von Jesus Christus. Der Glaubende ist dabei nicht allein, sondern er steht in der Gemeinschaft aller Glaubenden. Und Jesus, der Auferstandene, ist mit ihm.

Ostern

Maria von Magdala - Apostola Apostolorum

Eine der Frauen, die das leere Grab Jesu und die Engel dort gesehen haben, ist Maria von Magdala. Nach Maria, der Mutter Jesu, ist sie sicher die bekannteste Frau aus dem Neuen Testament, ja vielleicht aus der gesamten Heiligen Schrift. Jesus hat sieben Dämonen aus ihr ausgetrieben, zusammen mit anderen Frauen war sie im Gefolge Jesu, sie stand unter dem Kreuz und war die erste Zeugin der Auferstehung Jesu, sie hat den Aposteln die Botschaft von der Auferstehung Jesu gebracht und wird deshalb sogar Apostolin der Apostel genannt. Maria von Magdala war Jesus sehr nahe, hat viele seiner Wunder miterlebt, viele seiner Reden gehört. Sehr innig ist ihre Begegnung mit Jesus am Ostermorgen.
Jesus hat gewiß eine besondere Anziehung auf Frauen ausgeübt - ich meine dies im geistig - geistlichen Sinn - und tut dies bis heute. Wir erleben es immer wieder, wie ganz besonders Frauen von Jesus begeistert sind und ihr Leben ganz in seinen Dienst stellen. Wir hören von Frauen im Gefolge Jesu. Die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft brachte es mit sich, dass diese eher im Hintergrund waren. Aber ich glaube, sie waren doch immer ganz dabei. Oft lesen wir, dass die Apostel Jesus nicht verstanden haben. Von den Frauen lesen wir das nie. Wie es Frauen eigen ist, oft mehr mit dem Herzen zu sehen als die Männer, so waren sie vielleicht mehr dabei als die Apostel. Sie waren bei Jesus unter dem Kreuz, als die Männer sich versteckt hielten. Sie waren die ersten am Grab, als die Männer noch ganz verstört sich hinter verschlossenen Türen verbarrikadiert hatten.
Eine solche Frau war Maria von Magdala. Sie hat erkannt, dass es allein Jesus ist, der ihrem Leben einen Sinn geben kann. Bei der ersten Begegnung wird Jesus sie angesehen haben und sie gefragt haben: Frau, was willst Du von mir? Und sie wird ihm den tiefsten Wunsch ihres Herzens gesagt haben, dass sie leben möchte. Ein Leben in der wahren Freiheit der Kinder Gottes. Jesus hat ihr geschenkt, was sie in ihrem tiefsten Inneren ersehnte.
Nun ist Jesus gestorben. Maria von Magdala war mit Jesu Mutter und anderen Frauen unter dem Kreuz. Sie haben zugesehen, wie der Leichnam Jesu in ein Grab gelegt wurde. Am Sabbat müssen sie die vorgeschriebene Ruhe einhalten. Doch am Morgen des nächsten Tages hält sie nichts mehr. In aller Frühe, als die Männer noch schlafen, eilen die Frauen zum Grab. Sie entdecken den weggewälzten Stein, das leere Grab, den Engel, der ihnen von der Auferstehung Jesu verkündet. Voll Freude und Furcht eilen sie zu den Aposteln.
Maria von Magdala bleibt am Grab. Sie kann noch nicht verstehen, was geschehen ist. Mit Jesus hat sie den liebsten Menschen verloren, ja sie hat jemand verloren, der mehr ist als ein Mensch. Wie soll ihr Leben nun weitergehen? Ihren ganzen Schmerz läßt sie in ihren Tränen freien Lauf. Da kommt Jesus, doch sie erkennt ihn nicht an seinem Aussehen. Doch dann sagt er zu ihr: "Maria" und plötzlich erkennt sie ihn.
Ist das nicht ein Bild für uns? Auch wir können Jesus nicht äußerlich erkennen. Wir sehen ihn verborgen, in der Eucharistie, im unseren Brüdern und Schwestern, aber wir erkennen ihn oft nicht. Wie können wir Jesus erkennen? Wenn wir seine Stimme in unserem Herzen hören. Die Stimme Jesu ist unverwechselbar. Maria von Magdala hat sie erkannt. Sie will Jesus fassen. Endlich ist er wieder da. Doch er lässt sich nicht fassen. Der Auferstandene ist nicht so da wie der irdische Jesus. Das muß Maria lernen. Das lehrt sie uns. Wir können Jesus sehen, wir können seine Stimme hören, aber wir können ihn nicht fassen. Aber gerade dadurch ist Jesus uns immer nahe, auch wenn wir ihn nicht sehen, nicht greifen können. Der Auferstandene ist allen Menschen nahe. Maria wird einige Zeit gebraucht haben, um das zu begreifen. Aber sie weiß jetzt: Jesus lebt. Ihre Trauer ist verschwunden. Sie hat mit dem Herzen gesehen: Jesus lebt! Die Sonne ist aufgegangen über Golgota. Das Leben hat den Tod besiegt. Das Leben, das Maria in Jesus gesucht hat, ist ihr nicht genommen. Es bleibt ihr. Jesus lebt, Maria weiß: sie lebt mit ihm. Wir alle Leben mit Christus, weil er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung das Leben gebracht hat.

Ostern

Neues Leben - unvergänglich

Wenn wir die Erfahrung von etwas Schönem machen, das uns Freude bereitet, dessen Nähe und Da-Sein uns das Gefühl von Geborgenheit und Zuversicht vermittelt, dann wollen wir dieses Schöne festhalten, bewahren, in den Alltag hinüber retten. Wie kann das geschehen, wo doch hier auf Erden alles vergänglich und in Bewegung ist?
Für die Jünger war die Zeit mit Jesus eine ganz besondere Erfahrung. In Jesus war Gott selbst unter ihnen gegenwärtig. Welches Glück, welche Zuversicht mag solche Nähe für sie bedeutet haben. So hätte es immer weiter gehen können. Doch dann stirbt Jesus plötzlich am Kreuz. Seine Gegner haben ihn aus dem Weg geräumt und das auf die grausamste und schändlichste Weise, die man sich vorstellen kann. Man legt seinen Leichnam ins Grab. Das Ende aller Hoffnung?
In der Stille des Grabes geschieht das Unerwartete. Unbemerkt von den Menschen wirkt Gott machtvoll und eindrücklich. Kein Mensch hat es beobachtet, wir können nicht sagen, wie es geschehen ist. Doch am Ostermorgen ist plötzlich alles neu. Als in aller Frühe die Frauen zum Grab kommen, um dem Leichnam Jesu die letzte Ehre zu erweisen, ist das Grab leer, der Stein am Eingang weggewälzt.
Jesus ist nicht mehr dort. Die Frauen, Petrus und der andere Jünger, der mit Petrus zum Grab läuft, sie alle sind verwundert, verstehen nicht. Maria von Magdala weint. Hat man Jesus gestohlen? Seinen Leichnam, das letzte, was von ihm blieb, auch noch weggeschafft? Da steht ein Mann und Maria meint, es sei der Gärtner: "Wenn du ihn weggeschafft hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast." Sie möchte Jesus noch ein letztes Mal sehen, ihre Trauer, ihren Schmerz hintragen vor seinen toten Leib. Das Ende beweinen dieser wundervollen Zeit.
"Maria" - es ist nicht der Gärtner, Jesus selbst steht vor ihr. Auch wenn sein Leib verwandelt ist - so kann nur einer zu ihr sprechen. Bald erscheint Jesus auch den anderen, den Frauen, den Jüngern, die voller Angst und Mutlosigkeit hinter verschlossenen Türen sitzen.
Jesus lebt! Die Jünger brauchen lange, bis sie das verstehen. Jesus, der am Kreuze starb, er ist wieder da. Freilich anders als vorher. Aber so, wie er jetzt da ist, kann er ihnen niemals mehr genommen werden. Jesus bleibt unter uns Menschen gegenwärtig. Er vermag zu allen Zeiten den Menschen die Nähe Gottes zu schenken.
Ostern sagt uns, dass wir, wenn etwas bleiben soll, seine Verwandlung zulassen müssen. Wenn wir unsere Sehnsucht ganz Gott hinhalten, wenn wir selbst loslassen und uns ganz Gott schenken, dann kann er uns eine Erfüllung schenken, die bleibt. Solche Erfahrungen des Alltags können uns einen neuen Blick schenken für das, was Ostern bedeutet. An Ostern zeigt uns Gott eindrücklich und machtvoll, dass er es vermag, alles, was dem Tod und der Vergänglichkeit ausgeliefert ist, hinüberzuführen zu Unvergänglichkeit und ewigem Leben. An Ostern gibt uns Gott seine unwiderrufliche Zusage, dass er selbst immer bei uns bleibt und uns seine Nähe und seine Liebe schenkt.