Home - Startseite

Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen auf praedica.de!

Auf meiner Website finden Sie Texte zu den Evangelien und Lesungen der Sonntage, sowie zu den Festen und Gedenktagen der Heiligen.
Hier auf der Startseite sind einige aktuelle Texte zusammengefasst. Weitere Texte finden Sie, wenn Sie den Links folgen. Weiter unten finden Sie eine kurze Übersicht, die Ihnen die Navigation erleichtern soll.
Nachfolge
Die Gestalt dieser Welt vergeht. (1Kor 7,31)

Wenn wir die Texte des heutigen Sonntags hören, werden viele sagen: Ja, interessant, aber das ist doch nichts für mich. Wir leben unser Leben als "normale" Menschen, gehen zur Schule, machen unsere Ausbildung, gehen unserer Arbeit nach, gründen eine Familie. Und, ja, dabei versuchen wir so gut es eben geht als Christen zu leben, gehen in die Kirche, wenigstens ab und zu, zumindest solange die Kinder noch jung sind, tun hier und da etwas Gutes, bringen uns vielleicht sogar im Gemeindeleben ein.
Aber das, was Jesus verlangt, alles stehen und liegen zu lassen und ein neues Leben anzufangen, das ist doch nur was für Menschen, die ins Kloster gehen, und davon gibt es bekanntlich immer weniger. Wen spricht Jesus mit seinem Ruf zur Nachfolge an? Sicher, er hat nur Zwölf zu Aposteln berufen, aber die Evangelien berichten immer wieder davon, dass es viele sind, die ihm nachfolgen.
Paulus will in seinem Brief an die Korinther die Menschen dafür sensibilisieren, was Nachfolge bedeutet. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass es besonders die Beziehung zwischen Mann und Frau ist, die vom Weg der Nachfolge abhält. Wenn zwei Partner eine Familie gründen, dann geht es auch darum, für das Wohl dieser Familie zu sorgen, vielleicht sogar ein Haus zu bauen und die Grundlage dafür legen, dass die Kinder eine gute Zukunft haben.
Das alles erfordert Anstrengung. Für Paulus geht diese Anstrengung aber in die falsche Richtung. Denn das, wofür sich die Menschen da anstrengen, ist vergänglich. Besser wäre es, sich für das Bleibende zu engagieren und ehelos ganz für das Evangelium zu leben, so wie er selbst es getan hat. Aber der Mensch ist auf Beziehung hin angelegt. Wir brauchen einen Partner, mit dem wir unser Leben teilen, möchten Kinder haben und freuen uns daran, Leben weiterzugeben. Ohne Ehe und Kinder würde die Menschheit aussterben.
Ich denke, es kommt darauf an, einen gesunden Mittelweg zu finden. Wir dürfen uns nicht von den Zwängen dieser Welt abhängig machen. Oft kommt es vor, dass sich Menschen verschulden, weil sie ihrer Familie etwas bieten wollen und dann müssen sie umso mehr arbeiten, um diese Schulden wieder abzubezahlen. Sie sind gefangen von den Zwängen des Geldes und setzen damit das Glück ihrer Familie, das sie eigentlich erreichen wollen, aufs Spiel.
Einfach leben, aber überzeugt wäre hier eine Alternative, sich bewusst gegen den Markenkult und den Wettbewerb mit Prestigeobjekten stellen. Es gibt größere Ziele im Leben. Mit weniger materiellen Dingen glücklicher sein. Kein zwanghafter Verzicht, sondern sich freiwillig auf das Wesentliche beschränken. Loslassen können im Vertrauen darauf, dass Gott immer mehr schenkt, als wir selbst geben. Das Vergängliche vom Bleibenden unterscheiden und das letzte Ziel des Lebens nicht aus den Augen verlieren, nicht wegen des materiellen Erfolges die Sehnsucht nach dem wahren Glück vergessen.
Als Christen sollen wir nicht weltfremd sein, sondern das erkennen, worauf es wirklich ankommt. Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, ein dickes Bankkonto zu haben, ein großes Haus und ein tolles Auto, christlich leben heißt aber auch nicht, auf alle Errungenschaften der Zivilisation zu verzichten. Christlich leben heißt, meinen Alltag zu meistern, im Beruf und in der Familie. Das zu tun, was notwendig ist, aber immer im Bewusstsein, dass der Gott Jesu Christi mein Leben trägt. Auch für diesen Gott soll es einen Platz geben in meinem Leben, in meinem Alltag, in meinem Beruf, in meiner Familie. Diesen Platz gilt es offen zu halten und dann wird Gott mir auch zeigen, was meine konkrete Berufung ist.

Ohne Sorgen
Schweben,
nichts was mich hält
auf dem Boden.
Ich schaue nach oben
bin frei.
Die Welt unter mir
verschwindet
und nichts ist mehr wichtig
außer Du, mein Gott.
In Dir bin ich
und alles ist in Dir -
geborgen.
Mein Leben,
getragen von Dir
zu einem Ziel
das Du allein kennst.
Herr, ich vertraue Dir.

Der Dämon (Mk 1,21-28)

Ein ganz normaler Sabbat in der Synagoge von Kafarnaum ...

In Kafarnaum ist es ein Sabbat wie jeder andere. Die frommen jüdischen Männer haben sich zum Gebet versammelt, wie es üblich ist. In der Versammlung geht es aber auch um andere Themen. Man beratschlagt sich über anstehende Probleme und diskutiert diese aus der Sicht der Religion. Dabei geben die Schriftgelehrten den Ton an. Schließlich haben sie die heiligen Schriften studiert und fühlen sich somit kompetent, über alle Fragen der Religion zu entscheiden.
Die Schriftgelehrten waren gebildeter als der Großteil der ländlichen Bevölkerung und genossen daher Ansehen bei den Menschen. Aber doch waren sie nicht so gebildet, dass man sie auch als intelligent hätte bezeichnen können. Ihr Wissen beruhte vielmehr allein auf Tradition. Sie hatten die heiligen Schriften studiert und überprüften alles genau, ob es mit dem Wortlaut dieser Schriften übereinstimmte. Neuerungen und Flexibilität waren da nicht zu erwarten. Wenn es nach ihnen ginge, sollte möglichst alles so bleiben, wie es ist, denn so, wie es ist, ist es gut. Gab es strittige Fragen zu beantworten, so waren stets die Schriftgelehrten gefragt. Sie hatten auf alles eine Antwort. Die war zwar nicht immer besonders klug, aber doch für die einfachen Leute vom Land ausreichend. Da ist es nicht verwunderlich, dass Jesus mit seiner "neuen" Lehre immer wieder in Konflikt mit den Schriftgelehrten geriet.

Heilige Schrift

Und doch ist an diesem Sabbat etwas anders in Kafarnaum. Man hat in der Stadt eine seltsame Gruppe gesichtet. Da kommt ein gewisser Jesus, der einige Männer bei sich hat, einfache Männer, wie man ihnen ansieht, sicher auch Fischer vom See unter ihnen. Vor nicht allzu langer Zeit ging da so ein Gerücht um. Dieser Jesus soll, wie so viele andere, sich von Johannes im Jordan taufen haben lassen und da soll etwas Außergewöhnliches geschehen sein. Als er ins Wasser stieg, war das anders als bei allen anderen Leuten und auch Johannes soll dabei ganz außer sich und erstaunt gewesen sein. Man hatte die Sache fast wieder vergessen, hatte länger nichts mehr von Jesus gehört. Doch jetzt kommt er, und er kommt nicht allein.
Lausiges Gesindel, Rumtreiber, Vagabunden, haben die Schriftgelehrten dazu gesagt. Wieder einer, der meint, was Besonderes zu sein. Wieder einer von denen, die den Menschen dummes Zeug einreden. In letzter Zeit gibt es zu viele von diesen Schwindlern, die die Leute nur von ihrer Arbeit abhalten und nichts taugen. Auch die anderen in der Versammlung sind skeptisch. In der Tat hat es in letzter Zeit viele Wanderprediger gegeben, die sich dann doch als falsche Propheten erwiesen haben. Die Schriftgelehrten werden Recht haben mit ihrem Urteil. Schließlich hat ja bisher noch niemand etwas Genaueres von diesem Jesus gehört.

... und dann kommt plötzlich Jesus mit seinen Jüngern herein.

Und plötzlich kommt Jesus mit seinen Jüngern in die Versammlung. Er steht plötzlich unter ihnen. Als Jesus die Versammlung betritt, empfängt ihn eisige Kälte.
Wie es jedem erwachsenen jüdischen Mann zusteht, macht Jesus von seinem Recht gebrauch, in der Versammlung zu reden. Da horchen die ersten auf. Wie der Reden kann und was er zu sagen hat! So haben wir noch keinen hier reden hören, denken viele. Er meint wirklich uns, mit dem was er sagt. Vielleicht ist etwas dran an seinen Worten.

Heilige Schrift
Und ein Mann mit einem unreinen Geist beginnt zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret?

Plötzlich ist da ein Mann, der laut zu schreien anfängt. Die Feuerprobe für jeden Redner: ein unerwarteter Zwischenfall, ein Störenfried in der Menge, den man nicht ignorieren kann. Der fängt an, Jesus zu beschimpfen. Was haben wir mit dir zu schaffen? Was verwunderlich ist, dieser Mann kennt einige Details von Jesus, die den anderen bisher nicht geläufig waren. Du bist Jesus, der Nazarener. Du bist der Heilige Gottes! Was soll das nun? Die Leute blicken entsetzt auf den schreienden Mann, der Jesus gegenüber steht. Es bildet sich ein Kreis um die beiden. Auch die Jünger Jesu sind ganz erschrocken. Sie sind ja erst kurze Zeit mit Jesus unterwegs und haben so etwas noch nicht erlebt.
Jesus aber weiß, was hier läuft. Er kennt den Widersacher, den Satan, der hier durch seine Dämonen in dem verwirrten Mann wirkt. Er hat ihn bei der Versuchung in der Wüste kennengelernt. Er weiß, dass mit ihm nicht zu spaßen ist. Man meint heute oft, es wird sich da um so etwas wie Epilepsie gehandelt haben, die man sich eben nicht erklären konnte und daher sagte, der Kranke sei vom Teufel besessen. Doch ich denke, es geht da um mehr als eine unerklärbare Krankheit. Wir dürfen uns die Szene aber auch nicht so vorstellen, wie wenn in einem Hollywood-Film ein Exorzist am Werk ist. Der Teufel wirkt viel subtiler. Vielleicht ist der Mann den Menschen früher gar nicht aufgefallen. Jetzt aber ruft er Jesus laut seine Unflätigkeiten zu. Er will Jesus verunsichern, will ihn bei den Menschen in Mißkredit bringen, will verhindern, dass die Menschen seinen Worten glauben.
Jesus sagt einmal zu seinen Jüngern, als sie zu ihm kommen, weil sie einen Dämon nicht austreiben konnten: Diese Art kann nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden. Gegen die Macht der Dämonen kommt nur an, wer sich selbst darum bemüht, ein lauteres, gottgefälliges Leben zu führen. Der Teufel kennt jede noch so kleine Schwäche eines Menschen. Er weiß, wo jeder Mensch angreifbar ist. Wir merken es ja, wenn wir gerade immer wieder an unserem schwächsten Punkt versucht werden. Unsere Schwächen sind die Stärken des Teufels. Wollen wir ihm entgegentreten, wird er uns zuerst unsere Schwachstellen vorhalten. Leicht kann er uns dann vor den Menschen in Mißkredit bringen, wenn er das zu Tage fördert, was niemand sehen sollte.
Oft sind das Vergehen im sexuellen Bereich. Ich denke, der Grund dafür ist nicht, weil die Sexualität in irgendeiner Weise schlecht wäre. Im Gegenteil, die Sexualität ist, wenn sie in ihrem guten und eigentlichen, von Gott bestimmten Sinn genutzt wird, eine der positivsten Kräfte des Menschen. Daher hat ihre Pervertierung auch eine so enorme Macht. Und Sexualität ist etwas, das in irgendeiner Weise für jeden Menschen Bedeutung hat. Bilder können mächtige Reize auslösen und wenn dann vielleicht noch einige ungünstige Effekte aus der momentanen Lebenssituation hinzukommen, erliegt der Mensch schnell der Versuchung, die Sexualität negativ zu gebrauchen. Und das geht heute so leicht. Ein Klick im Internet, den scheinbar kein anderer mitbekommt, der rasche Gang in ein Geschäft, dessen Türen immer offen stehen ... Wir dürfen uns nichts vormachen, der Versucher freut sich über jeden Fehltritt, er merkt sich alles und wird es im entscheidenden Moment gegen uns verwenden. Doch wir dürfen auch darauf vertrauen, dass Gottes Barmherzigkeit uns immer wieder Vergebung schenkt.

Und Jesus befiehlt ihm: Schweig und verlass ihn!

Zu gerne hätte der Widersacher auch Jesus eine Verfehlung vorgehalten. Doch es gibt keine. Da bleibt ihm nichts, als Jesus mit dem Titel Heiliger Gottes zu beschimpfen, was ja in Wahrheit eine Auszeichnung für Jesus ist. Der Teufel findet nichts, was er sagen könnte, um Jesus unsicher zu machen, oder um ihn vor den Menschen schlecht zu machen. Jesus behält seine volle Kraft, und die ist stärker als die Macht der Dämonen. Auf Jesu Befehl hin muss der Dämon den Rückzug antreten. Er tut das zwar ganz theatralisch, indem er den armen Mann noch etwas beutelt, aber das ist nur ein unbedeutendes Rückzugsgefecht und dass er so etwas nötig hat, ist eher ein Zeichen von Schwäche denn von Stärke.

Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet.

Was da geschehen ist, hat seine Wirkung auf die Umstehenden nicht verfehlt. Anstatt Jesus lächerlich zu machen, haben die Dämonen Jesus ungewollt vor den Augen aller Menschen groß gemacht. Doch das hat Jesus nicht nötig, er braucht keine, wenn auch indirekte, Unterstützung der Dämonen. Daher lässt er sie auch nie richtig zu Wort kommen.
Doch was geschehen ist, hat ausgereicht, um den Menschen deutlich zu machen, dass hinter den Worten Jesu eine Vollmacht steht. Dass Jesus die Dämonen bezwingt zeigt, dass er kein Schwätzer ist. Wie viele falsche Propheten sind den Versuchungen des Teufels erlegen und haben so sich selbst und auch ihre Worte letztendlich unglaubwürdig gemacht. Der Sieg über den Dämon macht Jesus und seine Worte glaubhaft. Da redet einer nicht nur, sondern da ist wirklich was dahinter. Es bleibt spannend, wie es mit diesem Jesus weitergeht.