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Jeremia
Herzlich willkommen auf praedica.de
Auf meiner Website finden Sie Texte zu den Evangelien und Lesungen der Sonntage, sowie zu den Festen und Gedenktagen der Heiligen.
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Ich hörte das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.
Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach. Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut. Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter. (Jer 20,10-13)

Es ist Krieg in Jerusalem, ein furchtbarer Krieg. Die Stadt wird von den Feinden eingeschlossen, das Elend ist groß, Hunger und Krankheiten fordern täglich mehr Opfer. Doch die Menschen verstehen nicht, was geschieht. Das Volk und seine Anführer glauben weiterhin daran, dass Gott sein auserwähltes Volk verschonen wird, dass die Stadt mit dem Tempel des Herrn niemals von Feinden eingenommen werden kann.
Doch sie täuschen sich. Längst hat der Herr schon durch die Propheten das Unheil der Stadt vorausgesagt, weil ihre Bewohner nicht mehr nach dem Willen des Herrn leben. Sie geben zwar noch vor, fromm zu sein, aber es ist äußerer Schein. In ihrem Inneren werden sie bestimmt von der Grier nach Reichtum und Genuss. Die Oberschicht bereichert sich auf Kosten der Armen und der Gottesdienst ist zu einem leeren Ritual geworden.
In dieser Zeit hält Jeremia den führenden Männern der Stadt ihr Unrecht vor, sagt ihnen deutlich, dass es die Folge ihrer Vergehen ist, was nun mit der Stadt geschieht, und er macht ihnen klar, dass Gott sie nicht retten wird. Gott hat einen Neuanfang beschlossen und damit dieser geschehen kann, muss erst die alte Stadt untergehen. Das bevorstehende Exil in Babylon wird das Denken Israels und seine Beziehung zu Gott entscheidend verändern.
Jeremia ist den führenden Männern lästig. Sie können es nicht ertragen, dass da einer die Wahrheit sagt und noch dazu, dass er im Namen Gottes den Untergang der Stadt prophezeit. Sie sperren Jeremia ein, er sitzt in einem finsteren Loch und ist kurz vor dem Verhungern. Er denkt an seinen Dienst für Gott und wohin ihn dieser Dienst nun geführt hat. Vielleicht zweifelt er auch an diesen Gott, in dessen Namen er aufgetreten ist. Behandelt Gott so seine Diener?
Doch der Prophet ist durch und durch von Gott ergriffen. Er kann Gott nicht verleugnen und kann nicht aufhören, von dem zu reden, was Gott ihm gezeigt hat. Er wird die Worte Gottes verkünden, egal was seine Gegner ihm antun mögen. Dabei ist er sich sicher, dass Gott ihn retten wird. Gott wird seinen Propheten nicht verlassen. Auch wenn er jetzt in der Dunkelheit des Kerkers dahinschmachtet, er kann das Licht der Rettung sehen und glaubt an die Größe Gottes, der sein Wort in Erfüllung gehen lässt.

Herr, ich habe dir meine Sache anvertraut.

Du wirst nicht säumen, Herr,
wenn ich hoffend auf dich warte.

(Hl. Johannes vom Kreuz)
Matthäus

Fürchtet euch nicht

Fürchtet euch nicht! Diese Worte Jesu stehen im Zusammenhang der großen Aussendungsrede an die Jünger, die Matthäus uns im Anschluss an die Berufung der Zwölf überliefert. Furchtlos sollen die Jünger Jesus Christus in der Welt verkünden. Laut sollen sie es tun, so dass alle Menschen sie hören können. "Verkündet von den Dächern!" sagt Jesus. Dies wird nicht einfach werden, denn nicht alle Menschen wollen von Jesus Christus hören. In allen Widerständen dürfen die Gläubigen aber auf Gottes Beistand vertrauen. Sie haben sich auf die richtige Seite gestellt, auf die Seite der Sieger, auf die Seite des Siegers über Leben und Tod. Den Gläubigen können zwar auf Erden Hindernisse in den Weg gestellt werden, sie können Bedrängnis und Tod erfahren, doch sie dürfen sich dessen gewiss sein, dass der Weg in den Himmel für sie ohne Hindernisse frei steht, und das ewige Leben ihnen bereitet ist. Sie sind in Gottes Hand geborgen, der sogar die Zahl der Haare jedes einzelnen Menschen kennt. Auf Erden brauchen sie sich daher vor nichts und niemandem zu fürchten und im Himmel ist ihnen ein Ehrenplatz sicher.

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. (Mt 10,28)

Fürchtet euch nicht! Wie oft sagt Jesus diese Worte zu seinen Jüngern und wie oft müssen wir uns diese Worte sagen lassen! Wie oft hindert uns Furcht daran, den Glauben zu verkünden, und für andere Menschen einzutreten. Wir wollen möglichst nicht auffallen, machen uns Gedanken darüber, was andere über uns reden könnten.
Fürchtet euch nicht! Nehmt keine falsche Rücksicht! Um aber furchtlos auftreten zu können, muss man selbst überzeugt sein von dem, was man tut, überzeugt von Gott, für den man Zeugnis gibt, von seiner Existenz und der Wahrheit seiner Offenbarung. Von allen Seiten hören wir, dass es mit Gott doch ganz anderes ist als wir glauben, wir können nicht sagen, dass es einen Gott gibt. Jesus Christus war einfach nur ein guter Mensch, der die Liebe verkündet hat. Darum sollen wird die Menschen doch einfach so lassen, wie sie sind, nicht versuchen, andere zu missionieren und von unserem Glauben zu überzeugen.
Doch wenn wir die Worte Jesu in den Evangelien lesen wird deutlich, dass er kein Freund von Beliebigkeit ist. Für ihn gibt es nur einen Gott, den Vater im Himmel, und dieser Vater liebt die Menschen. Und wer sich von Gottes Liebe überwältigen lässt, der wird das Heil erfahren. Von diesem Gott und seiner Liebe sollen wir anderen erzählen, ja mehr noch, wir sollen durch unser Leben die Existenz und die Liebe Gottes erfahrbar werden lassen.
Das erfordert Mut. Das bedeutet auch, dass wir anecken. Sobald wir ernsthaft von unserem Glauben an Jesus Christus reden, werden wir eine Großzahl unserer Zuhörer zu Gegnern haben. Wir können natürlich das Evangelium auch so verpacken, dass es seine Konturen verliert, dass wir einfach nur vom guten Menschen Jesus reden, dann wird sich kaum einer an unseren Worten stören. Wir werden so aber auch kaum jemand für Jesus Christus begeistern können. Das ist die Situation, in der wir heute stehen.
Was hindert uns daran, Mut zu haben, aufzustehen, und mit Begeisterung das Evangelium mit allen Ecken und Kanten zu verkünden? Die Botschaft, dass Jesus Christus nicht einfach nur ein guter Mensch war, sondern dass er Gott ist, dass er uns erlöst hat und dass er uns als seinen Jüngern den Auftrag gegeben hat, von ihm Zeugnis zu geben und andere Menschen zu ihm zu führen.

Allmächtiger Gott,
du berufst immer wieder Menschen,
Zeugnis zu geben von deiner Liebe.
Stärke uns durch die Kraft des Heiligen Geistes,
dass auch wir deinem Ruf folgen
und erkennen, wozu du uns erwählt hast.
Gib uns Mut, ohne Menschenfurcht
und falsche Rücksichtnahme für dich einzutreten,
dich, die Wahrheit die uns Leben schenkt.
Amen.
Matthäus

Gott behütet euch

Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Cent? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. (Mt 10,29-31)

Jesus macht den Jüngern Mut zum furchtlosen Zeugnis. Sie brauchen sich nicht vor den Menschen zu fürchten. Egal, was geschieht, sie sind in Gottes Hand geborgen. Er kennt jeden Menschen, sogar die Haare auf den Kopf eines jeden hat Gott gezählt. Für ihn ist der Menschen nicht nur eine Nummer, sondern ein lebendiger Partner, mit dem Gott eine innige Beziehung eingehen möchte.
Jesus sagt uns immer wieder, wie wertvoll wir für Gott sind. Ihr seid mehr wert als viele Spatzen, ihr seid für Gott mehr wert als alles auf der Welt. Dies hat uns Gott konkret darin gezeigt, dass er in Jesus Christus selbst auf diese Erde gekommen und Mensch geworden ist, dass er sich für uns hingegeben hat am Kreuz.
Doch mit Christi Auferstehung und Himmelfahrt hat Gott uns nicht verlassen, er bleibt unter uns gegenwärtig durch die Kraft des Heiligen Geistes. Jesus Christus hat das Reich Gottes, das Himmelreich, wie Matthäus es nennt, auf die Erde gebracht. Somit hat der Mensch bereits hier auf Erden konkret Anteil am Himmel. Das Reich Gottes ist mitten unter uns. Durch die Taufe werden die Menschen zu Kindern Gottes und damit zu Mitbürgern dieses Himmelreiches. Die Christen sind also sozusagen mit einem Fuß schon im Himmel, obwohl sie weiterhin hier auf Erden leben.
Nun sollte man meinen, dass alle Menschen danach streben, in dieses Himmelreich zu kommen, denn Jesus sagt uns, dass der Mensch nur dort das wahre Glück findet. Doch viele Menschen wollen lieber in der Sklaverei der Sünde bleiben, als zur Freiheit der Kinder Gottes zu gelangen. Wir wissen auch, dass es einen gibt, der die Menschen davon abbringen möchte, in das Himmelreich zu kommen. Der Versucher stellt dem Menschen das niedere Gut für das Erstrebenswerte vor und schafft es so zu allen Zeiten, Menschen auf seine Seite zu ziehen. Somit haben die Bürger des Himmelreiches immer mit Widerstand und Anfechtungen zu kämpfen.
Jesus weiß, dass christliches Leben hier auf Erden vielen Gefahren ausgesetzt ist. Die Gefahren lauern im Innern eines jeden Menschen und sie kommen von außen. Jeder Mensch hat in seinem Innern mit seinen Schwächen zu kämpfen, mit seiner Bequemlichkeit, mit schlechten Gedanken, durch die der Versucher immer wieder die Gläubigen vom guten Weg abbringen möchte. Auch von außen kommt Widerstand. Menschen verführen einander durch schlechtes Beispiel, aber auch durch offene Gewalt. Dies kann durch Worte geschehen, wie wir es oft auch bei uns erleben, wenn das Christentum bewusst in ein schlechtes Licht gerückt wird oder gar heilige Namen und Dinge öffentlich gelästert werden. An manchen Orten der Erde erleben wir es auch heute, dass Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt werden und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, ja ihres Glaubens an Jesus Christus wegen getötet werden.
All das weiß Jesus. Er hat den Hass der Menschen ja an seinem eigenen Leib erfahren. Jesus will uns Mut machen, und uns zeigen, dass wir uns vor all dem nicht zu fürchten brauchen. Gott hat alles unter Kontrolle und beschützt die Bewohner seines Reiches auf ganz besondere Weise. Zwar kann er nicht gegen die Freiheit des Menschen handeln, weil er selbst das so festgesetzt hat. Daher kann er die Gewalt gegen die Gläubigen nicht verhindern. Aber er hat die Macht, seine Treuen aus allen Gefahren zu retten. Gott sieht alles, was geschieht. Er ist in jeder Situation nahe.
Das ist der Trost, den uns dieses Evangelium gibt. Jeder Mensch ist wertvoll vor Gott. Jeder Mensch bedeutet Gott etwas und Gott hält jeden Menschen in seiner Hand geborgen. Wenn wir uns in unserem Leben auch oft fragen: Wo ist Gott? So dürfen wir dennoch nie verzweifeln. Gott ist immer nahe, auch wenn wir uns manchmal von ihm verlassen fühlen.

Guter Gott, lass uns zu jeder Zeit deine helfende Nähe und Gegenwart erfahren!