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Auf meiner Homepage finden Sie Betrachtungen zu Texten aus der Heiligen Schrift und zu den christlichen Heiligen. Die Texte sind gegliedert nach dem Kirchenjahr der katholischen Kirche.

Über die Navigationsleiste können Sie eine Zeit im Kirchenjahr aufrufen. Dort finden Sie dann Texte und Bilder zu den Schriftlesungen des jeweiligen Sonntags. Die Heiligen sind den Gedenktagen im Jahr zugeordnet.

29.01. 4. Sonntag im Jahreskreis B 

Einen Propheten wie mich ... (Dtn 18,9-22)

Menschen brauchen Vorbilder, an denen sie sich orientieren können, es braucht Menschen, die anderen die Richtung weisen. Doch oft führen selbsternannte Führer die Menschen in die Irre. Menschen lassen sich leicht ver-führen. Um anderen die Richtung weisen zu können, braucht ein Führer selbst jemanden, an dem er sich orientieren kann, er muss von einem anderen berufen sein und nicht in seinem eigenen Namen kommen. Selbstlose Führer sind gefragt, die nicht ihren Vorteil suchen, sondern das Wohl der ihnen Anvertrauten.

Im Alten Testament sind es vor allem die Propheten, die dem Volk die Richtung weisen, gerade dann, wenn die anderen Führer versagen. Immer dann, wenn die Herrscher nur ihren Vorteil suchen, weisen die Propheten sie darauf hin, dass ihnen das Volk von Gott anvertraut ist und dass es um die Gerechtigkeit Gottes geht und nicht um ihren eigenen Vorteil.

Mose war Prophet und Führer, er hat Israel aus Ägypten durch die Wüste geführt. Das Buch Deuteronomium steht an der Schwelle zwischen der Wüstenwanderung und dem Einzug in das Gelobte Land. Mose weiß, dass er selbst nicht hineinziehen darf. Gott wird andere berufen, die das Volk weiter führen werden. Mose kennt die Gefahren, die dem Volk drohen. er erinnert sie noch einmal an die Gebote Gottes und warnt vor den Kulten der anderen Völker. Nur wenn Israel seinem Gott treu bleibt, kann es als Volk unter den Völkern bestehen.

„Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, entstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören.“ (Dtn 18,15)

Dieser Prophet wird das Volk an die Weisung Gottes erinnern, an die Gebote, die Gerechtigkeit bringen, Freiheit, nicht Sklaventum. Auch falsche Propheten wird es geben. Doch das Volk soll unterscheiden lernen zwischen echten und falschen Propheten.

Ein Prophet Jahwes befragt weder Orakel noch Totengeister noch deutet er irgendwelche anderen Medien (etwa die Wolken), sondern er hört ausschließlich auf das Wort Jahwes. Ein solcher Prophet steht in der Nachfolge des Mose und hält sich an die Worte, die Mose von Gott empfangen hat. Er kann sich nicht selbst ernennen, sondern wird von Jahwe berufen. Ob ein Prophet von Gott bevollmächtigt ist, erkennt man daran, dass er die Wahrheit sagt und dass sich seine Worte erfüllen.

Die Evangelien wollen zeigen, dass Jesus diese Vollmacht besitzt, als neuer Mose das Volk zu lehren und zu führen. Am Berg der Verklärung spricht Gott zu den Jüngern: „Auf ihn sollt ihr hören.“ Jesu Lehre weicht nicht ab vom Gesetz des Mose, sondern sie zeigt dessen wahre Bedeutung auf, die Gerechtigkeit, die im Tun des Willens Gottes in Freiheit besteht und nicht in der sklavischen Befolgung tausender Einzelvorschriften.

„Hier wird mit Vollmacht eine neue Lehre verkündet.“ (Mk 1,27) Auch im heutigen Evangelium zeigt sich, dass Jesus mehr zu bieten hat als schöne Worte. Er lässt seiner Verkündigung Taten folgen, die seine Vollmacht beweisen. Er spricht nicht nur von der Liebe Gottes, sondern lässt diese auch durch seine Wunder für die Menschen erfahrbar werden.

Wie sieht es heute mit unserer Verkündigung aus? Bietet sie mehr als fromme Phrasen? Zeigt sich in ihr die Macht dessen, der auch heute Menschen in seinen Dienst ruft, das Volk zu führen und zu lehren? 

Lesen Sie hier mehr zum 4. Sonntag im Jahreskreis

Gedenktage:

30.01. Mary Ward

31.01. Johannes Don Bosco

02.02. Darstellung des Herrn

Weitere Gedenktage finden Sie im Kalender.

Am 5. Sonntag im Jahreskreis (5.2.) hören wir, wie Jesus die kranke Schwiegermutter des Simon Petrus heilt. Daraufhin setzt so ein großer Andrang auf Jesus ein, dass er sich zurückzieht an einen einsamen Ort, um allein zu sein im Gebet mit seinem Vater. Doch Jesus geht wieder zu den Menschen. Am 6. Sonntag (12.2.) hören wir von der Heilung eines Aussätzigen. Jesus hatte keine Scheu, auf diesem Menschen zuzugehen. Am 7. Sonntag (19.2.) hören wir dann das schöne Evangelium, als vier Männer ihren gelähmten Freund durch das Dach zu Jesus hinunter lassen, weil sie anders nicht zu ihm kommen können.

Ich lade Sie ein, diese Texte der Evangelien zu meditieren und wünsche Ihnen, dass auch Sie wir die Jünger damals erfahren, wer dieser Jesus war und wer er auch heute für uns ist. 

Menschen, die in der Nachfolge Jesu gelebt haben, die erfahren haben, wer dieser Jesus ist, und die durch ihr Leben von seiner Gegenwart Zeugnis geben, sind die Heiligen. Auf praedica.de finden Sie kurze Lebensbeschreibungen und Zitate der Tagesheiligen. Diese Texte finden Sie unter dem Kalender der Tagesheiligen oder dem alphabetischen Verzeichnis.

Einen Impuls für jeden Tag und weitere interessante Texte finden Sie außerdem unter:

www.impulse.praedica.de

und

www.bet4mi.de 

Komm, Herr Jesus,
und lebe in mir,
in der Fülle Deiner Kraft,
in der Lauterkeit Deiner Wege,
in der Heiligkeit Deines Geistes,
und bezwinge alle böse Macht
durch Deinen Geist
zur Ehre des Vaters. Amen
.

Charles de Condren