Zeit des Advent

Adventheilige

Joachim und Anna

Joachim und Anna

Joachim und Anna sind die Eltern Mariens. Von ihnen erfahren wir nichts aus der Bibel. Die Legende erzählt uns, dass sie lange kinderlos waren und sich sehnlichst ein Kind gewünscht haben. Sie wurden wegen ihrer Kinderlosigkeit von den Leuten verspottet. So etwas galt damals als Schande. Doch Gott hat auf sie geschaut.
Eines Tages war Joachim das Gerede der Leute leid und wollte nicht mehr nach Hause gehen. Da erschien ihm ein Engel, um ihn zu trösten und ihm zu sagen, dass seine Frau Maria schwanger werden wird. Da Joachim länger von zu Hause weg blieb als sonst, machte Maria sich Sorgen und ging los, ihren Mann zu suchen. Am Stadtor von Jerusalem haben sie sich dann getroffen, wie der Engel zu Joachim gesagt hat: "Geh schnell zurück nach Jerusalem. Anna kommt dir schon entgegen. An der Goldenen Pforte werdet ihr euch treffen."
Diese Begegnung zwischen Joachim und Anna hat Giotto di Bondone in einem wunderschönen Fresko dargestellt. Joachim und Anna sind die Schutzheiligen der Familien. Ihren Gedenktag feiern wir am 26. Juli.

Gedenktag der Heiligen Anna und Joachim am 26.07.

Maria, ohne Erbsünde empfangen

Maria, das Kind von Joachim und Anna, hat Gott schon von Anfang an erwählt. Das feiern wir am 8. Dezember dem Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Dieses Fest zeigt uns, wie reich Gott uns Menschen beschenkt, noch bevor wir etwas für ihn tun können. Gott hat Maria von Beginn ihres Lebens an die Gnade geschenkt, ohne Sünde zu sein. Er hat Maria erwählt, die Mutter seines Sohnes zu werden und hat alles dafür getan, dass Maria das besaß, was sie dazu brauchte. Die Gnade ihres heiligen Lebens stammt ganz von Gott.
Aber Gott wollte auch, dass Maria selbst ja sagt zu seinem Plan. Er lässt ihr die volle Freiheit. Daher schickt er, als die Zeit dafür da ist, seinen Engel zu Maria, um sie zu fragen, ob sie die Mutter des Sohnes Gottes werden möchte.
Auch uns will Gott alles schenken, was wir dazu brauchen, um so zu leben, wie er es von uns will. Gott hat mit jedem Menschen einen anderen Plan, darum sind auch die Gaben, die wir erhalten, sehr unterschiedlich.

Guter Gott, ich staune darüber, wie du dich um Joachim und Anna gekümmert hast und was du ihnen für ein besonderes Kind geschenkt hast. Ich staune über Maria, die du erwählt hast. Ich staune aber auch darüber, was du mir geschenkt hast. Hilf mir, die Gaben zu entdecken, die du mir gegeben hast, lass mich deinen Willen erkennen und mit deinen Gaben das tun, was du von mir willst.

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8.12.

Maria Verkündigung

Marias Ja

Ave - Sei Gegrüßt - Grüß Gott - Guten Tag - mit einem ganz gewöhnlichen Gruß steht plötzlich der Engel vor Maria - doch in seiner Anrede hebt er Maria über alle Menschen empor: Du Begnadete, der Herr ist mit dir. Es gibt keine größere Ehre für einen Menschen, als diese Auszeichnung, dass ihn Gott mit seiner Gnade, seiner Güte, seinem Wohlwollen begleitet.
Darüber erschrickt Maria. Was ist das Besondere an ihr, dass sie diese Anrede verdient hätte? Da verkündet der Engel ihr Gottes Plan: "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden." (Lk 1,31f)
Nichts Geringeres soll sich durch Maria erfüllen, als die Verheißung, die Gott schon vor Jahrhunderten seinem Volk gegeben hat, dass der Retter kommt, der Messias, der Herr, dem der Thron Davids gebührt und der über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen wird und dessen Herrschaft ohne Ende ist.
Und Maria sagt ihr Ja zu der Botschaft des Engels, auch wenn sie noch nicht ganz versteht. Aber sie ist bereit, den Willen Gottes zu erfüllen: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast." (Lk 1,38)
Eine junge Frau, die von einem Engel erfährt, dass sie die Mutter des Sohnes Gottes wird, ein Kind in ihrem Schoß, das nicht von einem Mann gezeugt ist, sondern vom Heiligen Geist gewirkt. Ist das nicht un-glaub-lich?
Der Advent führt uns wieder vor Augen, wie verrückt und unscheinbar die Anfänge des Kommens Gottes in diese Welt sind. Wenn wir nicht schon meinen, alles über Gott zu wissen, können uns diese Ereignisse von neuem anrühren und zu denken geben. Sie können uns zeigen, dass Gott Wunder wirkt und durch einfache Menschen und kleine Anfänge ganz Großes erreichen kann - auch heute noch.

Manchmal möchten wir fliehen vor unserem Auftrag,
wir wollen unsere Ruhe haben ...
Und doch, auch für uns steht der Weg Mariens offen ...
Ganz leise kommt der Engel auch in den Raum unseres Lebens.
Auch mein gebrochenes und gefährdetes Menschsein
ist gerufen in Gottes Gande,
steht unter dem Vorzeichen jenes liebenden Ja, das Gott spricht ...
Komm, hab Mut,
Mut Mensch zu sein, Mut zum Maß Gottes -
du bist nicht allein!
Jesus geht dir voran, Maria geht mit dir.
Klaus Hemmerle

Fest der Verkündigung am 25.03.

Zacharias und Elisabet

Es gibt noch ein Elternpaar, an dem Gott wunderbar gehandelt hat, Zacharias und Elisabet, die Eltern Johannes des Täufers. Von ihnen erzählt uns der Evangelist Lukas.
In den Tagen vor Weihnachten lohnt es sich, das erste Kapitel des Lukas-Evangeliums zu lesen. Hier erfahren wir, wie geschickt Gott es damals "eingefädelt" hat, dass das Heil, das er den Menschen verheißen hat, Wirklichkeit werden konnte. Zugleich wird hier die Macht Gottes deutlich, der allezeit Wunder zu wirken vermag. Für Gott ist nichts unmöglich. Aber doch ist Gott darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, Ja zu sagen zu seinem Plan. Nur so können die Wunder geschehen, die Gott für uns Menschen tut.
Wo Gottes Wunder geschehen, da ist Freude. Über den Sohn, dessen Geburt Zacharias vom Engel prophezeit wird, heißt es: "Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen." (Lk 1,14)
Elisabet, die Frau des Zacharias, die viele Jahre kinderlos war, dankt Gott für ihren Sohn. "Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war." (Lk 1,25)

Gedenktag von Zacharias und Elisabet am 05.11.

Maria und Elisabeth

Freude herrscht, als Maria und Elisabet, die beiden Frauen, an denen Gott Großes gewirkt hat, einander begegnen (Lk 1,39-45). Maria brauchte jemanden, der sie versteht. Unverheiratet und schwanger. Die Geschichte mit dem Engel werden ihr die Leute damals nicht abgenommen haben. Daher besucht sie ihre Verwandte Elisabet. Sie kann Maria verstehen.
Freude liegt in der Begegnung dieser beiden schwangeren Frauen. Es ist eine vollkommene Freude, die nur die Menschen erfahren, die ihre Freude in Gott suchen. Meine Freude ist es, deinen Willen, Gott zu tun, sagt der Psalmist. Das Kind in Mariens Schoß ist die Frucht dieser Freude am Ja zu Gottes Willen. Diese Freude spürt auch das Kind im Schoße Elisabets. Diese Freude wird auch uns heute geschenkt, wenn wir bereit sind, ja zu sagen zu Gottes Willen.

Fest Mariä Heimsuchung am 02.07.

Johannes der Täufer

Johannes der Täufer

Johannes, der Sohn von Zacharias und Elisabet, wird zum Wegbereiter des Messias. Er ist der letzte Prophet des Alten Bundes und er darf mit eigenen Augen den sehen, den er verkündet: Jesus Christus, den Herrn. Johannes ist mit Jesus verwandt, nur wenige Monate älter als er. Er ist der Vorläufer Jesu, der Rufer in der Wüste.
Wenn wir es recht betrachten, scheint Johannes der Täufer damals auf einem ganz aussichtslosen Posten gestanden zu haben. In der Einöde in der Nähe des Flusses Jordan kündigt er einen Heilbringer an, von dem die ganze Welt erfahren soll und gibt sich als dessen Wegbereiter aus. Ein Irrer, wie es viele auf der Welt gibt?
Vom Geist getrieben geht Johannes in die Wüste, lebt dort als Asket, ißt wenig, trägt nur notdürftige Kleidung. Doch seine Sendung durch Gott und sein authentischer Lebenswandel geben ihm eine Autorität und weisen ihn als Prophet aus. Die Menschen kommen zu ihm und hören auf ihn, auch wenn das, was er ihnen sagt, alles andere als schmeichelhafte Worte sind.
Seine Worte fassen die Botschaft der alten Propheten zusammen. Jetzt ist der Messias da, auf den die Menschen so lange gewartet haben. Die ganze Schöpfung soll sich auf sein Kommen vorbereiten. Berg und Tal werden eben, Krummes wird gerade, die Schöpfung macht den Weg frei für den, durch den sie geschaffen wurde.
Nun gilt es, dass sich auch die Menschen auf sein Kommen vorbereiten. Wenn sie die Augen des Herzens nicht bereit machen, werden sie nicht das Heil sehen, das sich vor ihren Augen ereignet. Das ist die Situation der Menschen zu allen Zeiten. Es gibt so viele wichtige Dinge im Leben, aber das, was eigentlich wichtig ist, Gott und die Menschen auf unserem Weg, übersehen wir leicht.
So braucht es auch in unserer Zeit Menschen, die den Ruf Gottes hören und Gott ihre Stimme geben für das, was er den Menschen sagen möchte. Falsche Propheten gibt es wohl genug, auch in unserer Zeit. Wir brauchen Menschen, die nicht ihre Botschaft verkünden, sondern das Wort Gottes. Die Welt braucht Menschen, die selbstlos leben und nicht die anderen an sich binden möchten, sondern sie zu Gott führen möchten, auch wenn sie dann selbst am Ende vielleicht alleine dastehen. Menschen, die sich bewußt sind, dass sie anderen nur in soweit helfen können, dass sie ihnen Wasser geben um überleben zu können und deshalb auf den hinweisen, der den Geist gibt, durch den die Menschen wahrhaft leben können, auf Jesus Christus. Beten wir darum, dass Gott auch unserer Zeit solche Menschen schenkt und ihnen Kraft gibt für ihren Dienst.

Mehr zu Johannes dem Täufer

Hl. Andreas

Apostel Andreas

Mit dem Apostel Andreas möchte ich die Reihe der adventlichen Heiligen beginnen. Von seiner Berufung durch Jesus gibt es zwei Varianten. Die Synoptiker berichten davon, dass Jesus ihn zusammen mit Petrus am See vom Fischfang weggeholt und in seine Nachfolge gerufen hat.
Spannender ist die Version des Johannesevangeliums. Hier ist es zunächst Johannes der Täufer - auch ein großer Heiliger des Advent - der Andreas und einen anderen nicht namentlich genannten Jünger - viele sehen in ihm den Apostel und Evangelisten Johannes - auf Jesus hinweist: "Seht das Lamm Gottes!"
Andreas war demnach der erstberufene Jünger. Daher hat er in der Ostkirche auch den Ehrennamen Protoklitos - eben der Erstberufene - erhalten. Er ist es, der seinen Bruder Simon Petrus zu Jesus führt, indem er sagt:

"Wir haben den Messias gefunden."

Finden kann nur, wer auch sucht. Andreas, Petrus und die anderen Jünger waren Suchende. Sie haben den Verheißungen geglaubt, dass da einer kommen soll, der den Menschen das Heil bringt. Johannes der Täufer hat sie auf die Begegnung mit Jesus vorbereitet und nun ist er da, dieser Jesus von Nazaret, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Wie mag wohl diese erste Begegnung mit Jesus gewesen sein? Sicher waren sie zunächst einander fremd. Es braucht Zeit, einander kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen, einander zu verstehen. Jesus lädt Andreas und die anderen zu sich ein: "Kommt uns seht!" Jesus nimmt sie zu sich nach Hause mit, lässt sie teilhaben an seiner Privatsphäre. Immer wieder werden wir sehen, wie Jesus die Jünger in den vertrauten Raum des Hauses mitnimmt und dort in besonderer Weise belehrt und sich mit ihnen austauscht.
Jesus suchen, das ist eine adventliche Haltung. Ausschau halten nach dem, der kommt, ja der vielmehr schon gekommen ist, aber immer neu zu mir kommen will, der mir immer tiefer begegnen will. Jesus ruft auch uns heute in die vertraute Gemeinschaft mit ihm, will uns seine Worte erklären, wie damals den Jüngern, will sich mit uns austauschen, auch über unser Leben und die Fragen, die uns auf dem Herzen liegen.
Der Advent kann uns helfen zu dieser neuen Begegnung mit Jesus Christus und Andreas und die anderen Jünger sind uns Wegweiser auf Jesus hin. Lassen wir uns anstecken von ihrer Begeisterung für diesen Jesus, dass auch wir sagen können: "Wir haben den gefunden, der unserem Leben Richtung und Ziel gibt."

Fest des hl. Andreas am 30.11.

Hl. Barbara

Nikolaus, Luzia, Barbara

Die Symbolik des Advent kreist um das Licht und das Leben. Das Licht wird an jedem Sonntag durch die neu entzündete Kerze etwas heller und dringt immer stärker durch die Finsternis. Heilige sind solche Lichtbringer, die den Menschen in der Dunkelheit das Licht Gottes bringen.
"Die saßen in Dunkel und Finsternis - sie führte der Herr heraus", so heißt es in Psalm 107 Vers 12 und 14. Auch wir können Lichtbringer sein. Wo sehen wir einen Menschen in Finsternis? Wo kann ich helfen und Licht bringen?

Ein großer Lichtbringer war Bischof Nikolaus. Unvergesslich haben sich seine guten Taten den Menschen eingeprägt, so dass sie ihn schon zu Lebzeiten schätzten und nach seinem Tod als großen Heiligen verehrten. Bis heute ist er der große Bote der Güte und Liebe Gottes. Als Geschenkebringer in der Adventszeit ist er vor allem bei Kindern beliebt. Diese Beliebtheit des Heiligen kommt von seiner Hilfsbereitschaft für Menschen aller Schichten, die in vielen Legenden erzählt wird. Er verhilft drei armen Mädchen heimlich zu ihrer Mitgift, damit sie glücklich heiraten können. Er rettet die Stadt Myra aus einer Hungersnot, indem er Korn von kaiserlichen Schiffen erbittet. Auf wundersame Weise fehlt aber daraufhin in den Schiffen nichts von dem Korn.
Einmal geschah es, dass Seefahrer in einen heftigen Sturm gerieten und Nikolaus um Hilfe anflehten: "Nikolaus, du Knecht Gottes, wenn das wahr ist, was wir von dir gehört haben, dann lass uns deine Hilfe erfahren." Sie wurden glücklich aus der Seenot gerettet. Als ihnen an Land der Heilige begegnete und sie sich bei ihm bedankten, sprach er: "Nicht ich, sondern euer Glaube und Gottes Gnade haben euch geholfen."
Der Glaube ist wichtig. Das sagt uns auch Jesus. Merken wir es nicht auch oft in unserem Leben, dass wir dann Erfolg haben, wenn wir von etwas überzeugt sind? Wer zweifelt, macht sich nur halbherzig an eine Sache. Wer von etwas überzeugt ist, packt tatkräftig an. Wenn wir daran glauben, dass es Heilige gibt, die uns in unserem Mühen beistehen, wenn wir sie voll Vertrauen anrufen, dann können auch wir ein solches Wunder erleben, von dem in den Legenden berichtet wird.

Luzia, ein kleines Mädchen, war auch so eine Lichtbringerin. Mit einem Kerzenkranz auf dem Haupt ging sie furchtlos durch die dunklen Gänge der Katakomben, um den verfolgten Christen Nahrung zu bringen, aber sie war auch zu einer Botin der Hoffnung für alle Bedrängten, bis sie schließlich ihr Zeugnis für Christus, das wahre Licht, mit dem Tod besiegelte.

Die Menschen sehnen sich in der dunklen Jahreszeit nach Licht, auch heute noch, wo wir Licht durch einen einfachen Knips auf den Schalter erhalten und nicht mühsam die zarte Flamme einer Kerze hüten müssen.
Die Menschen sehnen sich auch nach Leben. Jetzt im Winter ist das Leben nicht so fröhlich und ausgelassen wie im Sommer, wenn man lange gemütlich draußen sitzen kann. Auch die Natur hat das Leben eingeschränkt. Die Bäume sind kahl, die Blumenbeete leer, alles verbliebe Grün verschwimmt im Nebelgrau oder verschwindet unter einer dicken Schneedecke.
Da sind die grünen Zweige des Adventskranzes Zeichen dafür, dass das Leben weitergeht und neu erwacht, ebenso die Barbarazweige, die an Weihnachten zu blühen beginnen. Das Grün ist auch ein Zeichen der Hoffnung auf neues Lebens, über den Tod hinaus. Im Angesicht des Todes soll die hl. Barbara gesagt haben: "Du schienst tot, aber bist aufgeblüht zu schönem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu einem neuen, ewigen Leben aufblühen."

Fest der hl. Barbara am 4.12.

Fest des hl. Nikolaus am 6.12.

Fest der hl. Luzia am 13.12.