Allmächtiger Gott!
Mache mich
schlicht ohne Überheblichkeit,
ernst ohne Trauer,
wahrhaft ohne Täuschung,
mutig ohne Furcht,
rührig ohne Leichtsinn.
Lass meinen Weg gerade
und sicher zum Ziel kommen.
Lass mich immer
auf dich hoffen.
Amen.
Thomas von Aquin war wohl der größte katholische Theologe aller Zeiten. Sein Leben und sein Werk lassen sich nicht mit wenigen Worten gebührend würdigen. In seiner Summe der Theologie hat er ein umfassendes Kompendium christlichen Glaubens geschaffen. Er war aber nicht nur der große Denker, sondern auch der stille Beter. Besonders bekannt ist sein Hymus zum Fronleichnamsfest "Adoro te devote" - "Gottheit tief verborgen", aus dem eine tiefe Verehrung der heiligsten Eucharistie spricht.
Bis ich die Zeit finde, einen umfangreicheren Überblick über das Leben dieses großen Heiligen zu schreiben, mögen an dieser Stelle einige Zitate aus seinem Werk genügen:
Gott der Vater hat die Schöpfung gemacht durch sein Wort, welches der Sohn ist, und durch seine Liebe, welche der Heilige Geist ist.
Des menschlichen Lebens letztes Ziel ist Glückseligkeit. Der Name Glückseligkeit meint die äußere Vollendung der geistigen Natur. "Mensch auf dem Wege" heißt einer deswegen, weil er zur Glückseligkeit strebt, "Mensch am Ziel" aber heißt einer deswegen, weil er die Glückseligkeit schon erreicht hat.
Die Vollendung des Menschen besteht in der Liebe, welche den Menschen mit Gott verbindet.
Der Glaube ist ein Vorausverkosten jener Erkenntnis, die uns in der Zukunft glückselig macht.
Gutes ohne Böses kann es geben; Böses ohne Gutes aber kann es nicht geben.
Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Traurigkeit am meisten Schaden für den Leib.