Schon in frühchristlicher Zeit haben sich Einsiedler im Karmel-Gebirge niedergelassen. In dem im Nord-Westen des Heiligen Landes an der Mittelmeerküste gelegenen Gebirge gibt es unzählige Felsenhöhlen, in denen sich auch schon die alttestamentlichen Propheten Elija und Elischa aufgehalten haben.
Zur Zeit der Kreuzfahrer entstand dort im 12. Jahrhundert der Orden von Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, auch Karmeliterorden genannt, der bis heute besteht. Im 13. Jahrhundert mußte der Orden das Heilige Land verlassen und breitete sich in Europa aus.
Von Anfang an zeichnet den Orden eine besondere Verehrung der Muttergottes aus. Nach einer Überlieferung soll Maria dem Ordensgeneral Simon Stock (England) das "Skapulier" übergeben haben. Das Skapulier (lat. Schulterkleid) ist ein körperbreiter Tuchstreifen, der nach vorn und hinten abfallend über der Kutte als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit Maria getragen wird. In der Vision hat Maria allen eine besondere Verheißung zugesprochen, die diesen gläubig im Leben und im Sterben tragen.
Es entstand auch eine Laien-Bruderschaft, deren Mitglieder eine verkleinerte Form des Skapuliers unter der Alltagskleidung tragen und bestimmte Andachtsübungen verrichten und so an dieser Verheißung Mariens teilhaben.

Gott könnte eine größere Welt schaffen als die gegenwärtige. Er könnte auch einen größeren Himmel schaffen als den über uns. Aber eine größere Mutter als die Gottesmutter kann er nicht schaffen.
Eher werden Himmel und Erde vergehen, als dass Maria demjenigen ihre Hilfe versagt, der sie um Hilfe bittet und auf sie sein Vertrauen setzt.
Hl. Bonaventura