Es war die Zeit der Christenverfolgung in der Mitte des dritten Jahrhunderts. Zusammen mit sechs weiteren jungen Männern war Laurentius Diakon des römischen Bischofs Sixtus II. Die Hauptaufgabe der Diakone war die Versorgung der Armen in der Stadt. So waren sie unermüdlich unterwegs, sammelten Spenden und verteilten diese an die Armen, Kranken und Behinderten, Witwen und Waisen. Bei den Bürgern der Stadt gewann Laurentius wegen seines Einsatzes hohes Ansehen. Doch das rief Neid und Missgunst bei den Mächtigen hervor. Erstes Opfer der Christenverfolgungen unter Kaiser Valerian wurde Papst Sixtus II. Den alten Mann tötete man in der unter der Erde verborgenen Katakombenkirche. Der Überlieferung nach soll Laurentius verzweifelt darüber gewesen sein, dass er nicht ebenso für wert erachtet wurde, diesen Tod zu teilen. Sixtus tröstete ihn mit der Verheißung, dass er ihm in drei Tagen nachfolgen werde, und erteilte ihm den Auftrag, den Kirchenschatz den Leidenden und Armen auszuteilen. Auf diesen Kirchenschatz erhob Kaiser Valerian Anspruch. Um Laurentius zur Herausgabe zu zwingen, setzte man ihn gefangen und geißelte ihn. "Wo ist all der Reichtum, das Gold und die Münzen?", wollte man von Laurentius wissen. Dieser antwortete: "Lass mir drei Tage Zeit und ich werde dir den ganzen Reichtum der Kirche bringen." Dies wurde ihm zugestanden. Während dieser Frist verteilte Laurentius die Güter unter die Armen. Nach drei Tagen präsentierte er dann dem verdutzten Kaiser die beschenkten und christlich gewordenen Armen. "Sieh her, dies ist der Reichtum der Kirche." Der erboste Valerian ließ Laurentius mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen, versuchte vergeblich ihn zum heidnischen Opferdienst zu zwingen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig geschürtem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Selbst in diesen Qualen bewahrte der Heilige sich seinen Humor und neckte den Henker, er solle ihn auf dem Feuer wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar. Der Kerkermeister Hippolytus, durch die Standhaftigkeit des Laurentius bekehrt, begrub ihn. Bis heute gehört Laurentius zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen. Die Sternschuppen, die Anfang August oft besonders zahlreich zu sehen sind, werden als "Laurentiustränen" bezeichnet.