Hl. Maximilian Kolbe
Im Gehorsam tut die Immaculata ihren Willen kund.
Im Gebet auf den Knien lernt man über die Muttergottes mehr als aus den gelehrtesten Büchern.

Rajmund Kolbe wurde 1894 als Sohn einer Arbeiterfamilie bei Lodz in Polen geboren. Seine Herkunft hat ihm eine typisch polnische Katholizität eingeprägt. Bereits mit 17 Jahren trat er in den Orden der Franziskaner-Minoriten ein. Dort nahm er den Namen Maximilian Maria an. 1918 wurde er zum Priester geweiht.
P. Maximilian widmete sich neben seiner Tätigkeit am Priesterseminar der Franziskaner in Krakau besonders der publizistischen Arbeit. Er gab christliche Zeitungen und Zeitschriften heraus und nutzte die modernen Massenmedien für die Verkündigung des Glaubens. Sein Anliegen beschreibt er mit folgenden Worten:

Sich einsetzen für die Bekehrung der Sünder und Häretiker, für die Heimholung der Schismatiker und der Juden, besonders aber für die Bekehrung der Freimaurer.

Zeit seines Lebens war ihm die Mission ein großes Anliegen, wobei er sich der modernsten Technik, wie z.B. dem Funk, bediente. P. Maximilian hegte den Plan einer "Eroberung der Welt für die Immaculata". Schon zu seinen Studienzeiten in Rom gründete er zur Bekehrung der Sünder und Ungläubigen die Militia Immaculatae, die "Kampftruppe" der Unbefleckten Jungfrau Maria. 1927 wurde Niekopolana das Zentrum dieser Miliz. Die Barackenstadt westlich von Warschau entwickelte sich unter seiner Leitung zu einer franziskanischen Ordensstadt. Auch sie war der Unbefleckten Jungfrau Maria geweiht. P. Maximilian unternahm mehrere Missionsreisen und war 1930 bis 1936 mit dem Aufbau einer Missionsstation in Nagasaki in Japan betraut.
Die Beziehung zur Immaculata ist ein bestimmendes Element im Leben P. Maximilian Kolbes. Ihr liegt ein besonderes Marienerlebnis zugrunde, das ihm in seiner Jugend zuteil geworden war. Dem Willen der Immaculata wollte er sich ganz ergeben. Dazu sagt er:

Im Gehorsam tut die Immaculata ihren Willen kund.
Im Gebet auf den Knien lernt man über die Muttergottes mehr als aus den gelehrtesten Büchern.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges machte vieles vom Werk P. Maximilians zunichte. Er selbst wurde wie viele andere Polen verhaftet und ins Lager Oranienburg verbracht, jedoch bald wieder freigelassen. Er half daraufhin nach Kräften den Opfern der deutschen Besatzung. Dies führte dazu, dass er von den Nazis erneut in Haft genommen wurde. 1941 kam er in das Konzentrationslager Auschwitz.
Als im Juli 1941 ein Gefangener aus dem Lager floh, wurden vom Kommandanten zehn Männer aus dessen Block ausgesondert und zum Tod im Hungerbunker verurteilt. Einer der Ausgesonderten schrie laut auf und erinnerte unter Tränen an seine beiden Söhne. P. Maximilian Kolbe trat daraufhin nach vorne, küsste dem Lagerkommandanten die Hand und bat darum, sein Leben für das des Familienvaters geben zu dürfen. So ging er an dessen Stelle in den Hungerbunker.
Tagelang hörte man ihn im Bunker mit den anderen Häftlingen singen und beten. Er sprach ihnen Mut zu. Als die anderen schon tot waren, fand man ihn am 14. August noch am Leben und tötete ihn mit einer Phenolspritze. Sein Leichnam wurde im Lagerkrematorium verbrannt. So ging sein Wunsch in Erfüllung:

Ich möchte und wünsche es, für die Sache Gottes zu Staub zerrieben zu werden. Und möge der Wind diesen Staub in die Welt hinaustragen, damit nichts von mir übrigbleibe. Erst dann wird das Opfer an die Immaculata vollkommen erbracht sein.

Auch wenn P. Maximilian Kolbe bei diesen Worten nicht an den Tod dachte, den er dann erfahren musste, so zeigen seine Worte doch sein großes Verlangen, sich ganz für Gott hinzugeben. Sein Eintritt für einen Familienvater zeigt deutlich, dass er bereit war, den Willen Gottes bis ins Letzte zu erfüllen. P. Maximilian Kolbe ist daher ganz von seinem Tode her zu verstehen.
Aus der Zeit im Lager ist uns ein Wort von ihm überliefert: Der Hass ist keine schöpferische Kraft. Auch wenn er und seine Mithäftlinge so viel Leid von den Nazis erfahren mussten, so ist es für ihn keine Lösung, mit Hass darauf zu reagieren. Seine Tat der Liebe für einen Mithäftling hingegen hatte schöpferische Kraft. Die Nachricht davon verbreitete sich in Windeseile. Man wird wohl nie ermessen können, welche Wirkung sie auf unzählige Menschen hatte.