Am Tag nach Kreuzerhöhung feiern wir den Gedenktag der Schmerzen Mariens. Als Mutter des Sohnes Gottes war das Leben für Maria nicht eitel Sonnenschein. Sie konnte lange nicht verstehen, was es mit ihrem Sohn auf sich hat. Schmerzhaft war es für die Mutter zu sehen, wie ihr Sohn doch so anders, so unerforschlich ist. Schon nach seiner Geburt wurde Maria von Simeon im Tempel der Schmerz vorhergesagt, den sie seinetwegen leiden müsse.
Den größten Schmerz leidet Maria, als sie unter dem Kreuz ihres Sohnes steht. Den sie geliebt hat, er ist tot und dazu die bange Frage: War alles umsonst? Hat sie vergebens all die Mühen durchlebt mit ihrem Sohn? Doch ihr Glaube war nicht vergebens. Als Christus von den Toten aufersteht, weiß sie, wofür sie all das gemacht hat.
Maria kennt das Leid, daher können wir zu ihr kommen mit all unseren Sorgen und Nöten. Sie trägt sie hin zu ihrem Sohn und schenkt uns Trost und Hilfe.
In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Als deine Mutter, o Wort,
dich mit Nägeln ans Kreuz geheftet sah,
da ward ihre Seele
mit den Nägeln bitterer Trauer und mit Pfeilen verwundet.
Als dich, du Süßigkeit aller, die Mutter erblickte
wie du mit bitterem Tranke getränkt wardst,
rannen aus ihren Augen bittere Ströme von Tränen.
Furchtbar bin ich verwundet.
Mein Inneres zerreißt es, o Wort,
da deinen ungerechten Tod ich schaue,
so sagte die Allheilige weinend.
Wehe, Simeons Weissagung ist nun erfüllt;
denn dein Schwert, o Emmanuel,
durchbohrte mein Herz.