Mittelpunkt des Wirkens des Jesuitenpaters Rupert Mayer war die Stadt München. Dort stand er als Prediger und Seelsorger bei vielen in hohem Ansehen. Auch die caritative Arbeit war ihm ein großes Anliegen. Er war geschätzt als einer, der die Dinge beim Namen nannte und auch in seinem eigenen Leben konsequent war.
Wegen seiner direkten Worte kam er in Konflikt mit den Nationalsozialisten. Doch trotz aller Einschüchterungen, Verhaftung und Gefängnis war er nicht bereit, sich den Mund verbieten zu lassen. Die Einweisung ins KZ war die Folge. Gezeichnet von den Misshandlungen der Nationalsozialisten ist P. Rupert Mayer nur wenige Monate nach Kriegsende gestorben.
Woher sein Mut kam, für den Glauben und das Gute einzutreten und das Unrecht beim Namen zu nennen, kommt schön in seinen folgenden Worten zum Ausdruck:
Eine Folge des Gedenkens an Gott, der jeden Augenblick um mich besorgt ist, ist es, dass wir frei werden von jeder Angst und Furcht. Ja, wir werden mutig, wenn wir uns in Gottes Hand geborgen wissen, was immer uns auch treffen mag.
Es gibt keine Macht auf Erden, die uns ohne die Zulassung Gottes etwas anhaben könnte.
Gott lässt uns nie zappeln. Er lässt Prüfungen zu, die uns zum Nutzen gereichen, wenn wir an seiner Hand hindurchgehen. Er sorgt für uns weit besser, als Menschen es vermögen.
Jesus sagt: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit!"
Ja, es gibt ein Jenseits, ein Wiedersehen! Wie glücklich sind wir daran! Hätten wir diesen Glauben nicht, was bliebe uns übrig als der stumme Schmerz der Verzweiflung?
Aber gottlob, mit beiden Füßen stehen wir auf dem Grundsatz unserer heiligen Religion, und unser Heiland weiß uns den Weg zu führen in eine andere, bessere Welt.
Wenn das Beten schwerfällt
Im Gebetsleben sich auf der Höhe zu halten, ist nicht leicht. Ich weiß, wie schwer viele sich dabei tun! Aber durchaus tröstlich ist und bleibt, dass der liebe Gott nur von uns verlangt, dass wir uns ehrlich Mühe geben. Alles andere tut der liebe Gott in seiner unermesslichen Liebe selber.
Gott der Herr will, dass wir unsere Hilfsbedürftigkeit demütig vor ihm bekennen, um dann stammelnd uns an ihn zu wenden. Werden unsere Gedanken von ihm abgezogen, so suchen wir zu ihm unsere Gedanken, unseren Geist wieder hinzuwenden, sobald uns die Zerstreuung zum Bewusstsein kommt. Wenn wir die Zeit des Gebets nur damit zubringen, uns immer aufzuraffen, so wäre unser Gebet doch vor Gott kostbar und segenbringend.