Albert der Große wurde um das Jahr 1200 in Lauingen an der Donau geboren. Während seiner Studienzeit in Padua und Bologna begegnete er Jordan von Sachsen, dem damaligen Ordensmeister der Predigerbrüder. Dieser Orden war erst wenige Jahre zuvor vom Hl. Dominikus (+1221) gegründeten worden. Albert war fasziniert von diesem Weg der Nachfolge Jesu und trat 1223 in den Orden ein. In Köln absolvierte er das Noviziat, theologische Studien und wurde 1228 zum Priester geweiht. Köln wurde ihm zur zweiten Heimat und er kehrte immer wieder dorthin zurück. Er war auch dort, als 1248 der Grundstein für den Bau des Domes gelegt wurde.
Wegen seiner umfangreichen Kenntnisse in allen wissenschaftlichen Fächern erhielt Albertus Magnus den Ehrentitel "Doctor universalis"Albert war zunächst innerhalb des Ordens als Lehrer tätig. Anfang der 40 Jahre schickte der Orden ihn als ersten deutschen Lehrer an die Universität von Paris, wo Albert 1245 zum Magister der Theologie promoviert wurde. Er lernte dort Thomas von Aquin kennen, mit dem er Zeit seines Lebens verbunden blieb. Albert war einer der ganz großen theologischen Lehrer des Mittelalters und einer der ersten großen mittelalterlichen Naturwissenschaftler. Er beherrschte die Fächer Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geografie, weshalb er den Ehrentitel Doctor universalis trug. Schon zu seinen Lebzeiten hatte er ein Ansehen, wie niemals ein Mensch es in der Wissenschaft gehabt hat. Er hat der Nachwelt ein riesiges Werk mit Abhandlungen zu den verschiedensten Themen hinterlassen.
Maßgeblich war Albert auch an der Verbreitung der damals wiederentdeckten Werke des Aristoteles beteiligt. Nicht zuletzt der Einfluss dieser Werke mag wohl bei ihm zu einer ganz neuartigen Verbindung von Theologie und Naturwissenschaften in seinem Denken beigetragen haben. Er war davon überzeugt: "Gott lässt sich finden in der Welt."
"Gott lässt sich finden in der Welt."Die Schöpfung selbst ist dazu befähigt, die Allmacht und Güte des Schöpfers zu offenbaren. Daher führt das Studium der Schöpfung immer auch hin zu dem, der alles erschaffen hat.
Albert schöpfte sein Wissen nicht nur aus den Werken der damaligen Zeit, die größtenteils nur das Wissen wiedergaben, das schon in der Antike verbreitet war, sondern stellte selbst eigene Beobachtungen an. Gelegenheit dazu hatte er genug, denn viele Zeit seines langen Lebens war er auf Reisen - und das nicht etwa hoch zu Roß oder gar in einer Kutsche, sondern zu Fuß, wie es der Weisung des Hl. Dominikus entsprach, der wollte, dass die Ordensbrüder arm leben. Neben dem großen Lehrer blieb Albert der arme Predigerbruder, der auch dem einfachen Volk verbunden war. "Mit Gott sprechen oder mit anderen über Gott sprechen", so lautet eine Weisung des Hl. Dominikus.
Immer wieder übernahm Albert große Aufgaben für den Orden und die Kirche. 1248 begann er, in Köln ein Generalstudium aufzubauen und legte damit die Grundlage für die spätere Universität Köln. Von 1254 bis 1257 war er Provinzialprior der deutschen Dominikaner, was für ihn weite und vor allem auch lange Reisen zu Fuß durch halb Europa zu den einzelnen Niederlassungen des Ordens bedeutete.
1260 ernannte Papst Alexander IV. ihn zum Bischof von Regensburg. Albert sollte Ordnung in das zu dieser Zeit sehr verwahrloste Bistum bringen. Die Dominikanerkirche in Regensburg ist zu Lebzeiten Alberts des Großen entstanden und erinnert noch heute an sein Wirken in Regensburg. Doch die hohe Würde eines Bischofs, die auch mit äußerer Repräsentation verbunden war, widersprach dem Ideal eines armen Predigerbruders und so war diese Ernennung innerhalb des Ordens sehr umstritten. Sein Ordensoberer sagte dazu, er würde Albert lieber auf dem Totenbett sehen als auf dem Bischofsstuhl. Das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass Albert schon nach knapp zwei Jahren dieses Amt niedergelegt hat.
Doch der Papst hat ihn nicht aus dem Dienst der Kirche entlassen. In den folgenden Jahren zog er im Auftrag des Papstes durch Böhmen und Deutschland, um mit Predigten für den 7. Kreuzzug zu werben. Danach lebte und lehrte Albert in Würzburg und Straßburg und kehrte 1270 nach Köln zurück. Sehr geschätzt war Albert auch immer wieder als Friedensstifter in innerkirchlichen Streitigkeiten.
Albert war ein frommer Beter und ein demütiger und bescheidener Mensch, der ganz auf die Gnade Gottes vertraute. Oft unterbrach er sein Studium, um vor dem Herrn im Tabernakel seine Schwierigkeiten auszubreiten und Erleuchtung seines Verstandes zu erflehen. Ihm war klar, dass zur Erkenntnis Gottes nicht allein der Verstand genügt. Eine viel lebendigere Erfahrung Gottes macht der Mensch, der Gott liebt und ihm in Demut naht. Albert hat einmal gesagt:
"Will man jemanden nach den Geheimnissen Gottes fragen, so frage man den ärmsten Menschen, der auf Erden lebt und der mit Freuden arm ist aus Liebe zu Gott, denn der weiß von Gottes Geheimnissen mehr, als der weiseste Gelehrte auf Erden."Nach einer reichen und ausgefüllten Tätigkeit starb Albert der Große 1280 in Köln. Sein Grab befindet sich in der St. Andreas-Kirche in Köln. Im Jahr 1931 wurde Albert der Große in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen und erhielt den Titel eines Kirchenlehrer.