Lange Zeit lebte Korbinian als Einsiedler. Zusammen mit einigen Gefährten suchte er die Stille und die Nähe Gottes im Gebet. In seinem Leben ereigneten sich viele Wunder, weshalb die Leute in ihm einen besonderen Freund Gottes sahen. Als sich sein Ruf immer mehr verbreitete, war es natürlich mit der Stille vorbei. Deshalb beschloß Korbinian, nach Rom zu reisen, um dort in der Stadt sich in einem Haus als Einsiedler niederzulassen. Der Papst hörte von dem gottesfürchtigen Mann, ernannte ihn kurzerhand zum Bischof und schickte ihn in die Mission nördlich der Alpen. Damals war nicht Afrika oder Asien, die man garnicht so genau kannte, das Ziel der Missionare, sondern unsere Gegend, das damals noch heidnische Germanien. Auf der Reise über die Alpen greift plötzlich ein Bär die Gruppe an und verspeist Korbinians Lasttier. Korbinian wird wütend und droht dem Bären mit erhobener Hand. Er befiehlt ihm, das herumliegende Gepäck, das der Esel getragen hatte, wieder einzusammeln und nun selbst zu tragen. Der Bär gehorcht aufs Wort und begleitet nun als lammfrommer Lastträger die Gruppe. Korbinian hat als Missionar erfolgreich in Bayern gewirkt und noch heute kann man sein Grab im Dom zu Freising besuchen.
Wollte man mit der Geschichte vom Bären den frommen Leuten "einen Bären aufbinden"? Wundergeschichten waren früher selbstverständlich. Kann es heute auch noch Wunder geben? Haben Sie schon einmal ein Wunder inm eigenen Leben erfahren?