Die Heiligen

1.12. Charles de Foucauld

Hl. Charles de Foucauld

Charles de Foucauld
1858 - 1916
Priester

Hl. Charles de Foucauld

Charles de Foucauld wurde 1858 in Straßburg als Kind einer vornehmen und reichen Adelsfamilie Frankreichs geboren. Im Jahr 1864 starben seine Eltern, im März jenes Jahres seine Mutter mit nur 34 Jahren und im August der Vater. Charles wächst bei seinen Großeltern in Straßburg auf, die Ferien verbringt er bei seiner Tante. Mit seiner Cousine Marie wird ihn zeitlebens eine herzliche Zuneigung verbinden.
Das Vermögen der Eltern erlaubt es ihm, ein ausschweifendes Leben zu führen. Charles geht zur Armee, wird Offizier. Mit seinen Kameraden feiert er rauschende Feste, doch innerlich quält ihn Ziellosigkeit und Langeweile. 1881 kämpft er in Algerien. Er ist fasziniert von Nordafrika, lernt Arabisch und nimmt die Lebensweise der Einheimischen an, ist beeindruckt vom Islam. Als Jude aus dem Maghreb verkleidet, durchzieht er unerkannt den damals noch unerforschten Teil Marokkos und liefert wichtige Informationen über dieses den Europäern bis dahin verschlossene Land nach Paris.
1886 kehrt er nach Paris zurück. Die Begegnung mit dem Islam lässt ihn über die Wahrheit der Religionen nachdenken. Er sucht in Paris einen Gelehrten, mit dem er sich austauschen kann und findet ihn in dem Priester Huvelin. In der Kirche Saint Augustin in Paris kommt es zu der Begegnung, die dem Leben von Charles die entscheidende Wende gibt. Noch heute erinnert eine Gedenktafel in dieser Kirche an das denkwürdige Ereignis im Jahr 1886.
Charles trifft Abbe Huvelin in der Kirche, will sofort mit ihm diskutieren, doch Huvelin fordert ihn auf, zunächst zu beichten und zu kommunizieren. Davon ist Charles beeindruckt. Er beschließt, von nun an ein christliches Leben zu führen. Huvelin wird sein väterlicher Freund und Seelenführer.
Charles sucht, er sucht seinen Platz in der Nachfolge Jesu Christi, er sucht den Platz Jesu und dieser Platz ist für ihn der letzte Platz, weil Christus selbst sich für uns arm gemacht hat ("der in Gottes Gestalt war ... hat sich selbst entäußert und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich" Phil 2,7). Diesen letzten Platz kann Charles nicht erreichen, weil er allein Christus zukommt.

Jesus hat so sehr den letzten Platz eingenommen, dass er ihm von niemand streitig gemacht werden kann.

Aber Charles will sich diesem letzten Platz so weit wie möglich nähern, will Jesus dort suchen. Er will Christus im Kloster dienen, in einem armen und einfachen Kloster unter einer strengen Regel. Im Januar 1890 tritt er in das Trappistenkloster Notre-Dame des Neiges ein, im Juli begibt er sich in ein Priorat des Klosters in Akbes in der Türkei. Ein karges Leben in einem kargen Land, doch auch das ist ihm nicht arm genug.

Hl. Charles de Foucauld

Charles schreibt eigene Regeln, will einen eigenen Orden gründen, Abbe Huvelin ist entsetzt über die Strenge seiner Regeln und will ihm den Gedanken an einen eigenen Orden ausreden. 1896 geht Charles nach Rom. Im Januar 1897 erhält er die Erlaubnis, das Kloster zu verlassen. Charles will das verborgene Leben des armen Jesus in Nazaret führen. Er reist ins Heilige Land, wird Hausmeister im Klarissen-Kloster in Nazaret, verrichtet dort einfache Arbeiten und widmet sich dem Gebet und dem Studium der Heiligen Schrift. Er will sich ganz dem Willen Gottes überlassen. Doch auch in Nazaret ist nicht sein Platz, im Jahr 1900 kehrt Charles nach Paris zurück, offen für den Weg, den Gott ihn führen möchte:

Ich lasse ihn mein Leben leiten. Ich warte und ich lasse mich tragen.

Charles will Priester werden. Im Jahr 1901 wird er geweiht. Er weiß nun auch sein Ziel: Algerien. Dort feiert er auch seine erste Heilige Messe.
Er will tiefer in das Land, dort wo es keinen einzigen Christen gibt, will er unter den Moslems Zeuge der Liebe Christi sein. Er geht in den Hoggar. Mitten unter dem Volk der Tuareg baut er sich in Tamanrasset eine Einsiedelei. Hier lebt er seinen Glauben. Doch er kann keine Heilige Messe feiern, weil nach damaliger Vorschrift dafür zumindest ein Messdiener notwendig gewesen wäre. Aber es gibt weit und breit keinen anderen Christen dort außer ihm.
Bruder Charles von Jesus - wie er sich nun nennt, um seine enge Verbindung zu Jesus Christus deutlich zu machen - hat nun endlich seinen Platz gefunden. Er lebt den Glauben. Er studiert die Sprache der Tuareg, entwirft Grammatik und Wörterbücher, ist für die Menschen da. Sein Ziel ist es, eine Gemeinschaft zu gründen. Doch Gefährten bleiben ihn Zeit seines Lebens versagt. Erst nach seinem Tod folgen die "Kleinen Brüder" und "Kleinen Schwestern" seinem Beispiel, arm das Leben des armen Jesus von Nazaret mitten unter den Menschen in dieser Welt zu führen.
Inmitten der Wirren des Ersten Weltkrieges wird Charles de Foucauld 1916 in seiner Einsiedelei von Aufständischen ermordet. 2005 wird er seliggesprochen.

Charles hat viel geschrieben. Seine Schriften geben von seiner Suche nach dem Weg der Nachfolge. Ich möchte hier einige seiner Texte vorstellen:

Hl. Charles de Foucauld
Beten sie viel; wenn man liebt, möchte man immer mit dem Geliebten sprechen oder ihn wenigstens immer anschauen.
Gebet ist das vertraute Gespräch mit unserem Geliebten. Wir schauen ihn an, wir sagen ihm unsere Liebe, wir sind froh, zu seinen Füßen zu sein, wir sagen ihm, dass wir da leben und sterben wollen.
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Gebet ist jedes Gespräch der Seele mit Gott; es ist auch jener Zustand der Seele, die Gott wortlos, einzig in seinen Anblick versunken betrachtet, indem sie ihm mit ihren Blicken sagt, dass die ihn liebt, während die Lippen, ja auch die Gedanken stumm bleiben. Das beste Gebet ist jenes, das am meisten Liebe enthält.
***
Es gibt zwei Arten des Gebets. Das eine ist: Sein Herz ausschütten, mit der Einfalt eines Kindes Gott seine Bitten ausbreiten, um Gnade für sich selbst oder für andere, um Trost im Leid für sich oder den Nächsten beten, der einfache Schrei des Herzens zum Vater im Himmel, immer gefolgt von dem Wort: "Doch nicht mein, sondern dein Wille." Die andere Weise des Gebetes ist einfach das Wort, das dieses Gebet beschließt: "Mein Vater, darin soll dein Wille geschehen, wie er auch sei!"
***
Wir sollen Jesu Worte und sein Leben immer wieder lesen und von neuem betrachten; so wird sein Geist nach und nach den unseren durchdringen. Er soll in unserer Seele arbeiten wie der Tropfen, der stets an derselben Stelle auf den Stein fällt.
***
Angenommen, man glaubt wirklich, dass die Worte Jesu göttlich, wahr und ewig sind, und dass wir nach ihnen beurteilt werden, wie er es sagt: Wie sollte man sie dann nicht mit Feuereifer in die Tat umsetzen, wenn man nicht töricht ist? Trotzdem sind beinah alle Menschen und auch ich so unklug.
Mein Gott, gib, dass ich nicht töricht, sondern gläubig bin. Gib, dass ich wirklich in den Geist des Evangeliums eindringe, in die Ausführung all deiner Worte und Beispiele.
Mein Gott, mein ganzes Leben muss darin bestehen, dass deine Worte und deine Beispiele in mich eindringen und mich beleben. Bewirke dies in mir, Herr, da ich es dir schulde, in dir und durch dich und für dich. Amen.
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Ich lache immer, zeige meine hässlichen Zähne. Dies Lachen versetzt den Nachbarn in gute Laune. Es bringt die Menschen einander näher, hilft ihnen, sich besser zu verstehen, heitert manchmal ein düsteres Gemüt auf; es ist eine Tat der Nächstenliebe.
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Zeiten der Angst, des Wartens der Ungewissheit sind Zeiten der Gnade. Leiden lehrt uns beten. Im Voraus den Willen Gottes annehmen, wie er auch sei, sich immer wieder Gott hinhalten.
Bevor sich Gottes Wille uns klar zu erkennen gibt und auch danach ist die Pflicht ganz einfach: lieben, Gott lieben und den Nächsten lieben.
Den Nächsten lieben, um so zur Gottesliebe zu gelangen. Diese beiden Arten der Liebe sind eng verbunden, keine besteht ohne die andere. Wachstum im einen ist zugleich Wachstum im anderen.
Wie gelangt man zur Gottesliebe? Indem man den Menschen gegenüber Liebe übt.
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Arbeiten Sie, beten Sie, halten Sie die Schwierigkeiten aus, tun Sie Menschen Gutes, mit denen Sie unmittelbar zu tun haben! Die Liebe Gottes lernt man, indem man die Menschen liebt. Der Weg zur Gottesliebe geht über die konkrete Nächstenliebe.
Ich habe keine Ahnung, wozu Sie Gott im Besonderen beruft. Ich weiß aber sehr gut, wozu er alle Christen beruft, Frauen und Männer, Priester und Laien, Ehelose und Verheiratete: Apostel zu sein.
Apostel durch ihr Beispiel, durch Güte, durch wohltuenden Umgang, durch Zuneigung, die wieder Zuneigung weckt und zu Gott führt. Apostel, sei es wie Paulus, sei es wie Priszilla und Aquila. "Allen alles werden."

Hl. Charles de Foucauld
Das erste Gebot ist die Liebe zu Gott. Das zweite Gebot, den Nächsten zu lieben wie sich selbst, steht gleichwertig neben dem ersten. Die Liebe also ist Grund und Ziel des Glaubens. Sie macht es jedem Christen zur Pflicht, den Nächsten - das heißt jeden Menschen - wie sich selbst zu lieben. Daraus folgt wiederum, dass uns das Heil der Mitmenschen ebenso am Herzen liegen muss wie das eigene. Jeder Christ also soll ein Apostel sein.
Mein Apostolat soll ein Apostolat der Güte sein. Wenn die Leute mich sehen, sollen sie sagen können: "Wenn dieser Mensch gut ist, muss seine Religion auch gut sein." Wenn man mich fragt, warum ich freundlich und gut bin, antworte ich: "Weil ich jemandes Knecht bin, der noch viel besser ist. Wenn ihr wüsstet, wie gut mein Meister Jesus ist." Ich möchte so gut sein, dass man sich sagt: "Wenn der Knecht so ist, wie wird dann erst der Meister sein?"
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Man kann die Nachfolge nicht von der Liebe trennen. Darin besteht das Geheimnis meines Lebens. Ich habe mein Herz an diesen Jesus von Nazaret verloren, der vor so langer Zeit gekreuzigt worden ist, und mein Leben ist nichts anderes mehr als der Versuch, ihn so nachzuahmen, wie ich es in meiner Schwachheit vermag.
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Die Liebe besteht nicht darin, zu fühlen, dass man liebt, sondern darin, lieben zu wollen: wenn man über alles lieben will, dann liebt man über alles.
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Zeige mir, was du willst, mein Gott, und gib, dass ich es auch tue!
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Es gibt keinen Augenblick in unserem Leben, in dem wir nicht sozusagen einen neuen Weg beginnen könnten und müssten, ein neues Dasein, das wie durch eine Mauer von unseren früheren Treulosigkeiten getrennt ist.
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Nicht durch immer neue Vorsätze werde ich besser, vielmehr dadurch, dass ich die einmal gefassten Vorsätze, von denen ich weiß, dass sie Gott angenehm sind, treu halte.
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Möge er mich bekehren, in mir ein neues Herz schaffen, mich ein neues Leben beginnen lassen, damit ich endlich anfange, ihm nachzufolgen, ihn nachzuahmen, sein Leben zu führen, ihn tatsächlich zu lieben, jeden Augenblick das zu sein und das zu tun, was ihm am meisten gefällt.
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Jesus nachfolgen, indem wir das Heil der Menschen so sehr zu unserer Lebensaufgabe machen, dass dieser Name "Jesus, Heiland" auf vollkommene Weise ausdrückt, was wir sind, so wie er auf vollkommene Weise anzeigt, was Er ist ... Deshalb: Allen alles sein, mit dem einzigen Verlangen im Herzen: den Menschen Jesus zu bringen!
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Wer nicht bereit ist, alles zu erleiden und sich völlig dem Willen des Geliebten anheim zu geben, weiß nicht, was Liebe heißt.
Hl. Charles de Foucauld
Die am besten ausgenützte Stunde unseres Lebens ist die, in der wir Jesus am meisten lieben. Jesus allein im Sinn haben, nur an Jesus denken, jeden Verlust als Gewinn ansehen, wenn er uns dazu bringt, dem Gedanken an Jesus und die Erkenntnis Jesu, neben dem alles andere ein Nichts ist, mehr Raum in uns zu geben.
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Man findet, dass man niemals genug liebt. Und das ist wahr. Man wird niemals genug lieben, aber der Gute Gott, der weiß, dass wir aus Staub gebildet sind und uns mehr liebt als eine Mutter ihr Kind je lieben kann - er, der nicht stirbt, hat uns gesagt, dass er jene nicht zurückweist, die zu ihm kommen.
Gott liebt uns, er hat uns gestern geliebt, er liebt uns heute, er wird uns morgen lieben. Er liebt uns in jedem Augenblick unseres irdischen Daseins, er wird uns in der Ewigkeit lieben, wenn wir seine Liebe nicht zurückweisen.
Mit seiner Liebe bittet er um unsere Liebe. Er sagt uns: "Ich liebe dich, ich will dich ewig lieben und mich dir ewig schenken. Ich will, dass du mich liebst und mich besitzen kannst in Ewigkeit. Liebe mich, höre auf mich, folge mir."
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Alle Menschen sind Gottes Kinder, er liebt sie unendlich. Es ist also unmöglich, Gott zu lieben, ohne die Menschen zu lieben. Je größer die Liebe zu Gott, desto größer die Liebe zu den Menschen. In den letzten Stunden seines Lebens hat Jesus uns aufgetragen:
Meine Kinder, liebt einander. Daran wird man erkennen, dass ihr zu mir gehört, wenn ihr einander liebt (vgl. Johannes 13,34f).
Liebe zu Gott, Liebe zu den Menschen, darin liegt mein ganzes Leben, darin wird es immer bestehen, hoffe ich.
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Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt 25,40)
Glauben wir an dieses Wort, und unser Leben wird sich wandeln. Es gibt vielleicht kein Wort des Evangeliums, das fähig wäre, unsere Existenz so zu verändern wie dieses. Es lässt uns alles in einem neuen Licht sehen, und in welchem Licht!
Die Menschen sind nicht mehr nur unsere Brüder und Schwestern. Sie sind Jesus selbst. Wir brauchen nicht mehr nur das für sie zu tun, was auch wir getan haben wollen, oder was wir für Geschwister täten, sondern das, was wir für Jesus täten. Alles, was wir für sie tun, tun wir Jesus.
Hl. Charles de Foucauld
Das beste Mittel, um an allem genug zu haben, ist das großherzige Teilen mit den Armen, und dabei in ihnen die Stellvertreter Christi und Christus selbst zu sehen.
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Mein Gott, ich bitte dich um die große Gnade, mir das dauernde Gefühl deiner Gegenwart zu verleihen, deiner Gegenwart in mir und in meiner Umgebung . und gleichzeitig jene ängstliche Liebe, die man in der Gegenwart dessen empfindet, was man leidenschaftlich liebt, und die bewirkt, dass man angesichts der geliebten Person kein Auge von ihr wenden kann, erfüllt von einem großen Verlangen und einem unbedingten Willen, alles zu tun, was ihr gefällt, alles, was für sie gut ist, und einer großen Furcht, das Geringste zu tun, zu sagen oder zu denken, was ihr missfällt oder weh tut ...
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Wie gut bist du, mein Gott!
Du führst die Juden am Tag durch die schattige Wolkensäule und in der Nacht durch die lichte Feuersäule.
Nie verlässt du uns!
Einmal ist deine Führung mehr leuchtend, einmal mehr dunkel. Doch stets führst du den, der dich sucht, und lässt ihn deinen Willen erkennen. Folgen wir also der Wolkensäule ebenso wie der Feuersäule!
Du führst uns durch einen guten Begleiter.
Doch wenn trotz unseres guten Willens keiner vorhanden ist, werden die Vernunft und das Evangelium, vom Licht des Heiligen Geistes erleuchtet, uns den Weg weisen. Wenn uns niemand in Gottes Namen raten kann, wird Gott selbst uns Einsicht schenken. Er vermag alles. Und er will und kann einen gutwilligen Menschen stets erleuchten.
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Die Einsamkeit nimmt zu. Wir sind mehr und mehr allein auf Erden. Die einen sind in die ewige Heimat gegangen, die anderen führt das Leben auf andere Wege. Ich fühle mich wie eine einzelne Olive am Zweig, die bei der Ernte übersehen wurde.
Aber Jesus bleibt. Jesus, der unsterbliche Bräutigam, der uns mehr liebt, als ein Menschenherz zu lieben vermag. Er bleibt jetzt, und er wird immer bleiben.
Er hat uns immer geliebt, liebt uns in diesem Augenblick, er wird uns lieben, bis zu unserem letzten Atemzug. Er wird uns in Ewigkeit lieben, wenn wir ihn nicht abweisen.
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Wundern wir uns nicht über die Versuchungen, die Trockenheit im Gebet, das Elend. Das ist eine gute Sache. Je heftiger die Versuchung, je ausgedörrter der Acker, je demütigender das Elend, umso mehr erwartet der göttliche Bräutigam, dass wir um unsere Liebe kämpfen, durchhalten, auf seine Liebe hoffen.
Ist es nicht Gnade, wenn er unser armes Herz erprobt, uns gestattet, unsere Liebe unter Beweis zu stellen, zu kräftigen, in der Tugend zu wachsen, seiner würdiger zu werden? Was kann er Besseres für uns tun, wie anders kann er uns immer tiefer mit sich vereinen, uns ihm ähnlicher machen?
Gibt es ein köstlicheres, zärtlicheres, feineres Instrument, um unsere Seele zu erheben, als das Kreuz, die Versuchung, die Trockenheit, die jede Stunde zur Liebeserklärung werden lässt, zum Kampf, den wir für die Liebe ausfechten, zum Erweis der puren Liebe, Liebe im Dunkel, aus der Ferne, unter dem Anschein der Verlassenheit, in Selbstzweifeln: die ganze Bitternis der Liebe ohne die leiseste Spur ihrer Süße!