Texte zum Neuen Testament  

Die Texte zu den Sonntagen im Kirchenjahr auf dieser Homepage sind meist Auslegungen zu den an diesen Sonntagen gelesenen Texten der Heiligen Schrift, insbesondere den Sonntagsevangelien. Dabei werden die Schrifttexte meist aus dem größeren Zusammenhang herausgenommen und für sich betrachtet. Es ist aber auch sehr wichtig, die Bücher der Heiligen Schrift im Ganzen in den Blick zu nehmen. So arbeite ich daran, einen fortlaufenden kleinen Kommentar zu den Texten des Neuen Testaments zu schreiben. Noch klaffen viele Lücken zwischen den einzelnen Bibelstellen. Diese sollen sich aber nach und nach schließen.

Es handelt sich hierbei um keinen wissenschaftlichen Kommentar, vielmehr um Betrachtungen zu den einzelnen Texten, die aber versuchen, die einzelnen Texte in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Weil der Platz auf dieser Homepage begrenzt ist, bin ich der Übersichtlichkeit halber dabei, einige Texte auf meine zweite Homepage auszulagern. Den entsprechenden Link finden Sie an den betreffenden Stellen.

Die Evangelien – Die frohe Botschaft

Die mit Sicherheit bedeutendsten Schriften den Neuen Testaments sind die vier Evangelien. Sie berichten uns von Jesus Christus, seinem Leben und seiner Lehre, seinem Tod und seiner Auferstehung. Dabei handelt es sich nicht um exakte Berichte aus dem Leben Jesu Christi, sondern um Zeugnisse des Glaubens. Jeder der vier Evangelisten hat auf seine Weise ein Bild vom Leben Jesu Christi gezeichnet.

Die Evangelien berichten uns von Jesus Christus. Es gibt vier Evangelisten:

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     Der Evangelist Matthäus                                              Der Evangelist Markus

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      Der Evangelist Lukas                                               Der Evangelist Johannes

Die Entstehungsgeschichte der vier Evangelien ist nicht bis ins Einzelne geklärt. Da die Evangelien erst Jahre nach dem Tod Jesu aufgezeichnet wurden, mussten die Evangelisten auf bestehende Überlieferungen zurückgreifen.

Bei den sogenannten Synoptikern Matthäus, Markus und Lukas können wir große Übereinstimmungen feststellen. Dennoch hat jeder der Drei seinen ganz persönlichen Stil, die übernommene Überlieferung zu gliedern. Auch hat jeder der Drei sogenanntes Sondergut, Überlieferungen, die sich nur in seinem Evangelium finden. Johannes wiederum hat seinen ganz eigenen Stil. Sein Evangelium besteht nicht aus der gegliederten Folge vieler kurzer Einzelabschnitte, sondern er greift wichtige Begebenheiten im Leben Jesu heraus und baut sie zu längeren Textpassagen aus, in denen die Geheimnisse des Lebens Jesu immer wieder von neuem betrachtet werden.

Paulus – Der Bote der Freude

Neben den Evangelien nehmen die Briefe des Apostels Paulus einen bedeutenden Platz im Neuen Testament ein. Es ist zu unterscheiden zwischen Briefen, die von Paulus selbst geschrieben wurden und Briefen, die in seinem Namen in Umlauf gebracht worden sind. Die Briefe, die Paulus selbst geschrieben hat, sind in ihrer Entstehung älter als die Evangelien. Paulus hat Briefe an einzelne Gemeinden geschrieben, aber auch an seine Schüler.

Paulus berichtet nicht wie die Evangelien vom Leben Jesu, sondern schreibt vielmehr, welche Bedeutung der Glaube an Jesus Christus im Leben der Gemeinde und des Einzelnen hat. Er setzt sich mit den Fragen und Problemen der Gemeinden auseinander, ermutigt und ermahnt sie, ihrem Leben als Christen treu zu bleiben und formuliert, was wahrer Glaube ist, oft auch im Gegensatz zu denen, die falsche Lehren verbreiten.

Paulus war in diesem Sinn der erste Theologe der Kirche. Ich halte es aber für falsch, seine Schriften als Theologie zu bezeichnen und die Evangelien nur als „Geschichten“. Auch die Evangelisten sind Theologen, die die überlieferte Botschaft von Jesus Christus ordnen. Bei Paulus aber verdichtet sich diese Botschaft zu einer Glaubenslehre. Er lehrt uns, was wahrer und was falscher Glaube ist und zeigt konkret, welcher Lebensstil dem wahren Glauben angemessen ist.

Dennoch sollten wir in Paulus nicht nur den strengen Lehrer christlicher Zucht sehen. Auch für ihn steht die Freude im Mittelpunkt, die Freude zu Jesus Christus zu gehören und dadurch Anteil zu haben an Gottes barmherziger Liebe. Paulus wendet sich gegen alles, was diese Freude stört. Das sind falsche Lehrer, die die Freiheit des Glaubens zerstören und Lebensstile, die den Menschen nicht wirklich glücklich machen.

Dass die Freude an Jesus Christus im Mittelpunkt seiner Botschaft steht, merken wir auch daran, dass in den Tugendkatalogen, die ein Leben nach dem Glauben aufzeigen, meist an erster Stelle die Aufforderung zur Freude steht. „Freut euch immer im Herrn!“ So heißt es beispielsweise in Phil 4,1.

Leider habe ich bisher nur sehr wenig über den Apostel Paulus geschrieben. Vielleicht schaffe ich es aber in naher Zukunft, über einen der kürzeren Paulusbriefe im Zusammenhang zu schreiben. Ich möchte Sie dazu ermuntern, diese Briefe zu lesen. Sie haben uns auch heute Vieles zu sagen.

Weitere Schriften des Neuen Testaments

Neben den Evangelien und den Briefen des Apostels Paulus beinhaltet das Neue Testament die Apostelgeschichte, die Katholischen Briefe und die Offenbarung des Johannes.

Die Apostelgeschichte beschreibt vor allem die Zeit der Urgemeinde in Jerusalen und die Ausbreitung des Glaubens durch die Missionsreisen des Apostels Paulus. Der Überlieferung nach stammt sie vom Evangelist Lukas und ist somit eine Fortsetzung des Evangeliums für die Zeit nach Jesu Tod.

Die Katholischen Briefe beinhalten Schreiben des Apostels Petrus, des Jakobus, Johannes und Judas an einzelne Gemeinden, die aber Bedeutung für die gesamte Kirche haben.

Eine Schrift ganz eigenen Charakters ist die Offenbarung des Johannes. In ihr wird in ausdrucksstarken aber oft nur schwer zu deutenden Bildern der Kampf der Kirche gegen ihre Verfolger geschildert. Als Trostschrift blickt sie hin auf den Sieg Jesu Christi über alle Feinde und das Leben mit Gott im Neuen Jerusalem.