Wo Weihnachten

erfunden wurde

Weihnachten
Geburt Jesu

Wo Weihnachten erfunden wurde - Eine Weihnachtsgeschichte

Weihnachten, das ist vor allem das Fest der Liebe, das Fest der Familie und das Fest der Geschenke. Wohl zu keiner anderen Zeit des Jahres sind Kaufhäuser und Geschäfte so voller Menschen, wie in der Zeit vor Weihnachten. Als Vorbereitung auf dieses Fest kann man schon mal die heimelige Atmosphäre der Weihnachtsmärkte nutzen und bei einer Tasse Glühwein sich einstimmen auf das schöne Fest, das vor der Tür steht.
Weihnachten, das ist auch das Fest der bunten Lichter. Die Einkaufsstraßen glitzern im Lichterglanz und an vielen Fenstern blinkt und leuchtet es in den schönsten Farben, die uns die Technik zaubern kann.
Wenn dann alle Geschenke gekauft und schön verpackt sind, die Wohnung geputzt und geschmückt und das Weihnachtsessen zubereitet ist und alle beisammen sind, dann kann er beginnen, der schönste Abend des Jahres. Wir Menschen haben uns ein schönes Fest gemacht, das Kinderaugen größer werden lässt, das die Freude über die schönen Geschenke in die Augen der Kinder und auch der Erwachsenen zaubert. Wir lassen es uns gut gehen und genießen das leckere Essen. Ein schöner Abend, ein schönes Fest im Kreis der Familie und die ganze Welt feiert mit, überall herrscht Friede an diesem Abend.
Dieses schöne Fest wurde vor etwa 2000 Jahren erfunden. Damals waren ein Mann und eine Frau unterwegs. Sie war hochschwanger, man munkelte aber, dass er nicht der Vater sei. Weil der Frau, Maria war ihr Name, die Reise wegen ihrer Schwangerschaft schwer fiel - sie mussten ja den ganzen weiten Weg laufen, weil es damals noch keine Autos gab - kamen sie erst spät in der kleinen Stadt Betlehem an.
Sie mussten dorthin reisen, weil der große Kaiser Augustus in Rom einen Befehl erlassen hat, dass sich alle männlichen Untertanen in ihrer Heimatstadt registrieren lassen müssen. Der Mann, Josef hieß er, stammte aus dem Geschlecht des Königs David, der Jahrhunderte vorher in Betlehem geboren worden war. Königliches Blut floß in seinen Adern und auch wenn die große Zeit des Hauses David schon lange vorbei war, so war er dennoch stolz darauf, ein Nachfahre der Könige Israels zu sein.
Wie gesagt, es war schon spät, als sie nach Betlehem kamen. Sie waren nicht die einzigen, die der Befehl des Kaisers nach Betlehem gerufen hat. Viele sind schon vor ihnen angekommen und daher waren alle Herbergen überfüllt. Es gab kein freies Zimmer mehr, niemand hatte Platz für Josef, Maria und das Kind, das bald geboren werden sollte.
Doch Josef ließ den Kopf nicht hängen, er war ein praktisch veranlagter Mensch und noch dazu jemand, der so schnell nicht aufgab. Irgendwo musste es hier einen Platz geben, an dem seine Frau ausruhen konnte. Und tatsächlich fanden sie etwas abseits vor der Stadt einen Stall, vielleicht war es auch eine Felsenhöhle. Dort war es geschützt und mit seinem Mantel und etwas Stroh hatte Josef im Nu ein bequemes Bett für Maria hergerichtet. Er selbst setzte sich etwas abseits, lehnte sich an die Wand und sah seine Frau an.
Da setzten plötzlich die Wehen ein. Musste gerade hier und jetzt das Kind zur Welt kommen? Doch Josef wusste, was zu tun war. Damals kamen die Kinder ja sowieso nicht wie heute in einem Krankenhaus zur Welt, sondern wurden unter oft einfachsten Verhältnissen zu Hause geboren. Wenn Mutter und Kind gesund waren, war dies kein Problem. Wenn es aber bei der Geburt zu Komplikationen kam, konnte dies leicht den Tod der Mutter oder des Kindes bedeuten. Daher war die Situation im Stall von Betlehem nicht ungefährlich, aber glücklicherweise ging alles gut. Nach der ersten Aufregung und einigen mühevollen Minuten schreit ein kleines Kind, wie kleine Kinder nach der Geburt eben schreien und saugt zum ersten Mal an der Brust der Mutter. Josef hat schnell ein kleines Bett für das Kind gebaut mit Stroh und etwas Stoff, worin es bequem liegen konnte, und schon ist es eingeschlafen.
Hier also soll Weihnachten erfunden worden sein? Solche Geburten gab es doch jeden Tag auf der Welt zu Tausenden. Was soll daran besonderes sein? Warum kennen wir heute noch die Namen der Eltern, Maria und Josef und auch den Namen des Kindes, das sie Jesus genannt haben? Und was hat das mit unserem Fest zu tun, mit den Geschenken und Lichtern und dem guten Essen? Es gab doch im Stall von Betlehem gar keinen Strom für Lichterketten und wahrscheinlich nicht einmal Kerzen, keinen Tannenbaum und auch keinen Ofen für einen leckeren Weihnachtsbraten, ja und auch keine Kaufhäuser für die vielen Geschenke. Warum also gibt es Leute, die sagen, dass Maria und Josef damals das Weihnachtsfest erfunden hätten?
Irgendwie gab es damals schon so etwas wie Lichter und Geschenke. Das Kind vor allem, dieser Jesus, war ein ganz besonderes Geschenk, wie wir es in keinem Kaufhaus der Welt finden werden und so kostbar, dass es nicht einmal der reichste Mann der Welt mit all seinem Geld kaufen könnte. In diesem Kind, so heißt es, ist Gott selbst Mensch geworden.
Moment mal, was soll das denn jetzt? Wir haben doch von den Lichtern und den Geschenken geredet und was soll damit jetzt Gott zu tun haben? Wozu brauche ich den denn für Weihnachten? Gott, wer ist das eigentlich? Hab ich noch nicht gesehen. - Na klar, eben drum. Für die Menschen ist Gott oft so weit weg, so dass viele denken, ihn gibt es gar nicht. Man sieht ihn nicht und hört ihn nicht, kann ihn nicht mit dem Handy anrufen und auch nicht mit ihm im Internet chatten. Also wie sollen dann die Menschen etwas von diesem Gott wissen.
Daher wollte Gott selbst auf die Welt kommen. Er wollte selbst erzählen, wer er ist, damit die Menschen es hören und verstehen können. Er wollte den Menschen zeigen, wie sehr er sie liebt und wie viel Gutes er ihnen schenken kann, indem er Krankheiten heilt und Frieden stiftet unter den Menschen. Aber Gott wollte nicht so wie ein Geist in die Welt kommen, indem er sich irgendwie unter die Menschen zaubert und dann auch jederzeit wieder verschwinden kann. Gott wollte ganz so sein wie wir, ein richtig echter Mensch, der neun Monate im Bauch einer Frau heranwächst, als Säugling geboren wird und dann langsam groß und erwachsen wird. Gott wollte ganz so sein wie die anderen Menschen, wollte das Leben leben mit seinen schönen und schweren Seiten.
Damals vor über 2000 Jahren kam Gott in dem Stall von Betlehem zur Welt und hat für uns Weihnachten erfunden. Ein bißchen war es auch schon damals, wie es heute zu Weihnachten ist. Weil es aber damals noch keinen Strom gab, musste Gott auf eine andere Weise für die passende Atmosphäre sorgen. In den Geschichten über Weihnachten, die in der Bibel stehen, heißt es, dass Engel gekommen sind und für das Kind gesungen haben. Die Engel hatten sicher auch Lichter mitgebracht.
Es muss schon einiges los gewesen sein, in diesem einfachen Stall, denn ein gutes Stück weiter entfernt waren Hirten mit ihren Herden und die haben die Musik gehört und die Lichter gesehen. Dann sind sie schnell zu dem Stall hingelaufen, weil sie sehen wollten, was da los ist, mitten in der Nacht in dieser einsamen Gegend. Aber dann war es wieder sehr still da in dem Stall, wo sie meinten, Licht gesehen und Musik gehört zu haben. Aber doch war es irgendwie geheimnisvoll an diesem Ort.
Auch wenn die Hirten damals wahrscheinlich nicht wussten, dass dort in dem Stall gerade das erste Weihnachtsfest der Welt gefeiert wurde, so haben sie doch gemerkt, dass da ein besonderes Kind in dem kleinen Bettchen liegt, das der Josef zusammengebastelt hat. Sie haben einen Glanz in den Augen des Kindes gesehen, der sie nicht mehr losgelassen hat. Und als das Kind sie angelächelt hat, ist es in ihren Herzen plötzlich warm geworden. Auch wenn die Leute da im Stall nichts hatten, was sie den Hirten geben konnten, so haben sich die Hirten doch irgendwie beschenkt gefühlt von dem, was sie da erleben durften. Das kleine Kind hat die ersten Weihnachtsgeschenke verteilt in die Herzen der Hirten, die plötzlich ganz froh und glücklich waren.
Also hat es doch Geschenke gegeben damals beim ersten Weihnachtsfest und Licht und alles, was man sonst so noch braucht an Weihnachten. So viel anderes als heute ist es also damals nicht gewesen. Weihnachten ist wirklich damals vor über 2000 Jahren erfunden worden. Wenn wir jetzt im Kreis der Familie beieinander sind und all die schönen Geschenke auspacken, dann sollten wir schon auch einmal an diese Nacht vor über 2000 Jahren denken.
Denken wir daran, dass Gott uns nahe sein möchte, dass er uns zeigen möchte, wie lieb er uns hat. Vielleicht meinen wir oft, dass wir ihn nicht brauchen in unserem Leben. Aber wenn wir ehrlich sind, könnten wir ihn manchmal vielleicht doch ganz gut brauchen, wenn er wirklich ein Gott ist, dem wir wichtig sind und auf den wir uns verlassen können. Und so ein Gott ist er ja, das hat er uns damals beim ersten Weihnachtsfest gezeigt.
Denken wir einfach an dieses Kind im Stall. Dieses Kind von Betlehem will uns auch heute beschenken. Wie damals bei den Hirten will es auch in unsere Herzen Freude bringen und Glück. Schließen wir einmal kurz die Augen und versuchen wir uns vorzustellen, wie uns das Kind aus der Krippe anlächelt und mit seinem liebevollen Blick ansieht, der zu mir sagt: Ich kenne dich, ich will dir helfen, ich will dir ganz nahe sein in deinem Leben, wohin du auch gehst, ich bin bei dir.