Die Heilige Schrift ist ein wunderschöner, duftender Garten. Sie klingt in unseren Ohren wie ein Liebeslied von lieblicher, göttlicher und geistlicher Melodie. Sie berührt unser Herz, gibt uns Kraft in Trauer, beruhigt uns im Ärger und erfüllt uns mit ewiger Freude.Dies sind Worte des Johannes von Damaskus, der in der Zeit von 650 bis 750 gelebt hat. Als Johannes um 650 geboren wurde, stand seine Heimat Damaskus unter islamischer Herrschaft. Sein christlicher Vater war Beamter bei den arabischen Herren.
Johannes gilt als der letzte griechische Kirchenvater und der klassische Dogmatiker der griechischen Kirche. Er hat in seinen Schriften das zusammengefasst, was die christlichen Schriftsteller vor ihm gesagt haben. Ihm kommt zudem eine besondere Bedeutung für die Beziehung zwischen Christen und Muslimen zu. Vieles, was man im Mittelalter über den Islam wusste, verdankte man seinen Schriften.
Wie sein Vater war auch Johannes am Hof des Kalifen in Damaskus tätig und war ihm freundschaftlich verbunden. Mit dem christlichen Kaiser von Konstantinopel jedoch stand Johannes in heftigem Streit, weil dieser die im Osten weit verbreitete Verehrung der Ikonen verbieten ließ. Johannes jedoch trat mit all seiner Kraft für die Ikonenverehrung ein.
Der Kaiser ließ dem Kalifen falsche Anschuldigen über Johannes überbringen, woraufhin ihm dieser die rechte Hand abschlagen ließ. Die Legende berichtet, dass diese Hand, als Johannes vor einer Muttergottes Ikone betete, wieder angewachsen ist. Auf dieses Wunder geht die Ikone der Gottesmutter mit den drei Händen, die Tricherusa zurück. Die letzten Jahre seines Lebens hat Johannes in einem Kloster in der Nähe von Jerusalem verbracht.