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Herzlich willkommen!

Wort

Das Wort ist dir nahe

Denn dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Es ist nicht im Himmel, sodass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, sodass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten. (Dtn 30,11-14)

Gott hat dem Volk Israel seine Gebote gegeben. Neben dem Herzstück, den Zehn Geboten, sind dies etliche weitere Vorschriften, die das Zusammenleben des Volkes mit seinem Gott und untereinander regeln. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen der besagt, dass Israel in Frieden in seinem Land leben wird, wenn es diese Gebote befolgt.
An erster Stelle steht das Gebot der Einzigkeit Gottes. Israel soll seinen Gott als den einzigen Herrn erkennen und anerkennen und keine fremden Götter verehren. In den einzelnen Vorschriften über den Kult wird ausgeführt, wie die Verehrung Gottes erfolgen soll. Die weiteren Gebote regeln das Zusammenleben der Menschen untereinander. Es geht um den Zusammenhalt der Familie und um die Regeln für ein friedliches Miteinander der Menschen.
Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass die Gebote nicht schwer zu befolgen sind, sie sind nicht etwas Unnatürliches, das dem Menschen fremd wäre oder über seine Kraft hinausginge. Sie zu befolgen ist nichts Unmögliches, wie in den Himmel hinaufzusteigen oder über das Meer zu fahren (Israel war kein Seefahrer-Volk. Nur von Salomo wird berichtet, dass er eine Flotte hatte. Das Meer hatte für Israel stets etwas Bedrohliches, galt geradezu als Überbleibsel des Ur-Chaos, und man konnte sich nicht vorstellen, dieses zu bezwingen).
Die Gebote sind dem Menschen nicht fremd, sondern sie sind etwas Naheliegendes, geradezu Selbstverständliches. Wer darüber nachdenkt, wie eine gerechtes Zusammenleben unter Menschen möglich ist, wird zu dem Schluss kommen, dass das Gesetz des Alten Testamens eine der besten Lösungen dafür ist. Zumindest wenn wir dessen Kern, die Zehn Gebote, betrachten. Einige Vorschriften sind in der Tat nicht mehr zeitgemäß, gerade was die Überordnung des Mannes über die Frau betrifft oder die Anwendung der Todesstrafe.
Einzelne Gesetze ändern sich im Laufe der Zeit, aber ihr Kern bleibt gleich. Es ist die Frage danach, wie ein gerechtes Zusammenleben unter Menschen möglich ist. Wie kann die Familie als Keimzelle der Gesellschaft geschützt werden, und sichergestellt werden, dass Menschen auch im Alter und in Krankheit noch menschenwürdig leben können? Wie kann der Besitz des einzelnen vor dem geschützt werden, der sich auf Kosten anderer bereichern will? Wie können Menschen geschützt werden vor Mord oder Verleumdung? Warum ist es besser, der Wahrheit und Gerechtigkeit den Vorzug zu geben vor Lüge und Ausbeutung?
Jeder Mensch weiß eigentlich, was wahr und gerecht ist. Wir sprechen hier vom Gewissen, das jeder Mensch hat. Aber obwohl er es weiß, tut der Mensch nicht immer das, was wahr und gerecht ist, vor allem deshalb, weil Lüge und Ungerechtigkeit mitunter einen größeren materiellen Vorteil bieten. Hier ist es dann Aufgabe von Gesetzen, durch Androhung von Strafen dafür zu sorgen, dass der mögliche Vorteil durch eine mögliche Strafe soweit unattraktiv wird, dass es dann doch besser erscheint, sich an die Regeln zu halten.
Der Staat kann jedoch mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nicht in allen Fällen für die Einhaltung der Ordnung der Gesetze sorgen. Gerade wenn sich die Verstöße häufen, muss er sich auf die Ahndung schwerwiegender Vergehen beschränken. Es war aber schon immer so, dass auch die Gesellschaft selbst für die Einhaltung der Gesetze sorgt, sei es, dass durch die Aufmerksamkeit anderer kleinere Diebstähle und Betrügereien verhindert werden, sei es, dass mutige Bürger das Wort ergreifen, wenn andere durch Rüpeleien bedroht werden.
Natürlich geht es hier nicht darum, Selbstjustiz zu üben, für die Ahndung von Straftaten ist allein der Staat zuständig. Ich meine aber, dass das friedliche Miteinander von Menschen im Kleinen auch durch das mutige Aufstehen von Menschen vor Ort gestaltet werden kann. Es geht darum, auf breiter Basis wieder ein Gespür für das eigene Gewissen zu wecken. Viele Menschen testen immer wieder aus, wie weit sie gehen können und wenn sie keinen Widerstand spüren, werden sie immer mehr ihren eigenen Vorteil suchen und immer weniger auf andere Rücksicht nehmen.
Viele nehmen in unserer Gesellschaft eine wachsende Ungerechtigkeit wahr, eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Reich und Arm. Immer weniger Menschen besitzen einen immer größeren Teil des Vermögens. Zudem steigen Mieten und Lebenshaltungskosten, so dass für viele Menschen immer weniger zum Leben bleibt. Immer mehr rutschen in Langzeitarbeitslosigkeit und fühlen sich am Rand der Gesellschaft. Junge Menschen sehen in der bestehenden Ordnung keine Perspektive mehr. Es kommen immer mehr Flüchtlinge in unser Land, die trotz materieller Hilfe zu wenig Hilfe bei der Eingliederung in unsere Gesellschaft bekommen.
Es genügt nicht, hier auf staatliche Aktivitäten zu warten. Natürlich muss der Staat hier im Großen verschiedene Maßnahmen in die Wege leiten. Es kommt aber auch auf das kleine Engagement der Menschen vor Ort an. Was sagt mir mein Gewissen, wie ich in meiner Umgebung der wachsenden Ungerechtigkeit entgegensteuern kann? Welchen kleinen Beitrag kann ich dazu leisten? Hier ist Kreativität gefragt und der Mut, auch einmal aus den gewohnten Bahnen auszubrechen. Oft reicht nur eine Kleinigkeit. Wir müssen nicht die Sterne vom Himmel holen oder einen Schatz vom anderen Ufer des Meeres. Der Stern ist in uns, die Schätze vor unserer Tür, wir müssen sie nur entdecken und dann mit anderen teilen.

Herz Jesu

Margareta Maria Alacoque und die Herz Jesu-Verehrung

Margareta Maria wurde am 22. Juli 1647 auf Schloss Lautecourd in Burgund geboren. Ihr Vater Claude Alacoque war von vornehmer Herkunft und hatte das Amt eines königlichen Richters und Notars inne, ihre Mutter Philiberte Lamyn stammte hingegen aus einer Bauernfamilie. Das Ehepaar hatte neben ihrer Tochter noch vier Söhne. Als Margareta acht Jahre alt war, starb ihr Vater. Ihre Mutter versuchte, sich alleine mit den Kindern durchzuschlagen. Von der Familie ihres Mannes bekam sie kaum Unterstützung. Um ihrer Tochter eine gute Erziehung zukommen zu lassen, schickte die Mutter sie in das Internat der Klarissinnen von Charolles. Die klösterliche Erziehung tat dem Mädchen gut und die schon in ihrem Elternhaus grundgelegte Frömmigkeit blühte weiter auf. Bereits im Alter von neun Jahren durfte sie die Erste Heilige Kommunion empfangen, was in der damaligen Zeit eine Besonderheit war.
Margareta hatte eine besondere Liebe zur Gottesmutter, weshalb sie später auch den Namen "Maria" als zweiten Namen annahm. Bereits als Kind war sie begeistert vom Klosterleben und widmete sich lieber dem Gebet als dem Spiel mit anderen Kindern. Nachdem sie zwei Jahre in Charolles gelebt hatte, erkrankte sie schwer an Kinderlähmung und musste zu ihrer Mutter zurück. Vier Jahre lang war sie nun ans Bett gefesselt. Dann tat sie ein Gelübde, dass sie in ein Kloster eintreten werde, falls sie wieder gesund würde. Bald nach diesem Gelübde konnte sie tatsächlich das Bett verlassen und war geheilt.
Ihre Verwandten aber glaubten nicht an ihre Heilung sondern warfen ihr vor, die Krankheit nur vorgetäuscht zu haben, um nicht arbeiten zu müssen. Zudem drängten sie Margareta, nachdem sie 16 Jahre alt geworden war, zur Heirat. Sie war tatsächlich eine schöne junge Frau und es fehlte nicht an Verehrern. Trotz ihres Gelübdes und der unerwarteten Heilung dachte selbst die Mutter nicht mehr daran, Margareta in ein Kloster gehen zu lassen. Eine Zeit lang wandte sich Margareta selbst von ihrer Berufung ab und begab sich in Gesellschaft. Doch eines Tages erschien ihr Jesus, seine Liebe traf sie mitten ins Herz und fortan drängte sie ihre Mutter und ihre Verwandten, dass sie ihr erlauben sollen, ins Kloster zu gehen.
Ihre Mutter wollte sie zunächst zu den Ursulinen nach Macon schicken, doch Jesus zeigte ihr einen anderen Weg. Es sollte ein Kloster der Heimsuchung Mariens sein, jenes Ordens, den Franz von Sales zusammen mit der heiligen Johanna Franziska von Chantal im Jahr 1610 gegründet hatte. Als Margareta Maria im Jahr 1671 endlich im Kloster dieses Ordens in Paray-le-Monial um Aufnahme bitten durfte, wusste sie, dass dies der Ort war, an dem Jesus sie haben wollte.

Bereits in den Jahren zuvor hatte Jesus sich Margareta Maria in Visionen gezeigt, er hat ihr sein Leiden geoffenbart und seine Liebe zu den Menschen. Jesus hat Margareta Maria aufgefordert, Anteil an diesem Leiden zu nehmen und sich ihm ganz zu schenken. Im Kloster wird er sie noch tiefer in die Gemeinschaft mit sich und seinem Leiden führen. Sie wird zu seinem Werkzeug, um die Bedeutung der Verehrung des Herzens Jesu einer großen Zahl von Gläubigen bekannt zu machen.
Den 25. August 1671, den Tag ihrer Einkleidung, sah Margareta Maria als Tag ihrer Verlobung an. Nachdem sie am 6. November 1672 die feierlichen Gelübde abgelegt hatte, ritzte sie sich einen Finger auf und schrieb mit ihrem Blut:

Ich ... erkläre, dass ich mich meinem Gott ganz hingeben will, um alles zu tun, was er von mir verlangt, und mich ganz seinem göttlichen Wohlgefallen überlasse. Ich verlange für mich nichts, als Eifer für seine Ehre und seine reine Liebe, der ich mich für immer hingebe. ... Alles von Gott, nichts von mir; alles für Gott, nichts für mich.

Im Kloster übte sie den Dienst einer Gehilfin der Krankenschwester aus. Eine schwere Prüfung und Anlass für den Spott ihrer Mitschwestern war, dass es ihr oft geschah, dass sie trotz aller Gewissenhaftigkeit Dinge zu Boden fallen ließ. Sie sah darin eine Anfeindung des Teufels, der sie an der Erfüllung ihrer Tätigkeit hindern wollte, und war für sie Ansporn, Jesus Christus noch tiefer zu verehren und dem leidenden Herrn immer ähnlicher zu werden. Eines Tages stellte Jesus sie in einer Vision vor die Wahl zwischen einem höchst glücklichen Leben voll Trost, Friede und Gesundheit, voll Achtung und Zuneigung von Seiten ihrer Mitmenschen oder aber einem Leben voll Widerspruch und Schmähung, in Leiden des Körpers, Ängsten und Versuchungen der Seele. Margareta Maria erwiderte:

Du genügst mir, Herr, ich will nur dich, wähle du für mich. Gib mir, was am meisten zu deiner Ehre gereicht.

Im Jahr 1673 begannen die Visionen vom Herzen Jesu. Als sie am 27. Dezember 1673 nach der heiligen Kommunion vor dem Tabernakel betete, erschien ihr das göttliche Herz Jesu auf einem Flammenthron, Strahlen gingen nach allen Seiten von ihm aus wie von der Sonne und die Wunde der Lanze war sichtbar. Es war von einer Dornenkrone umgeben und auf dem Herzen stand das Kreuz. Jesus sprach zu ihr:

Mein göttliches Herz ist so voll von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, dass ihre Flammen hervorbrechen, um sie durch dich den Menschen zu offenbaren, und sie zu bereichern mit den Schätzen, welche du siehst, und die überreiche aber notwendige Gnaden enthalten, um die Menschen zu retten vor dem Abgrund des Verderbens. Dich, Unwürdige und Unwissende, habe ich auserwählt zur Erfüllung meiner Absichten, damit deutlich wird, dass alles ganz mein Werk ist. Deshalb gib mir dein Herz!

Von da an war Margareta Maria "Schülerin des Herzens Jesu". Ihre Mission war es, dass das Bild des Herzens Jesu und mit ihm seine Verehrung weite Verbreitung finden sollten. Alles, was sie tat, tat sie jedoch nie ohne Erlaubnis ihrer Oberin, die ebenso wie ihre Mitschwestern oft Unverständnis für die besonderen Andachtsformen zeigte, von denen Margareta Maria sagte, dass Jesus sie dazu aufgefordert habe. So wurde ihr beispielsweise die Heilige Stunde im Gedenken an Jesu Todesangst am Ölberg, von der Jesus wollte, dass sie jeden ersten Donnerstag im Monat von 23 Uhr bis Mitternacht als Vorbereitung auf den folgenden Herz Jesu-Freitag abgehalten wird, zunächst verboten. Später durfte sie diese Andacht dann ausüben und sie ist unter den Verehrern des Herzens Jesu noch bis heute verbreitet.
Durch Ablehnung und Kritik wollte die Oberin prüfen, ob Margareta Maria wirklich im Gehorsam und nicht aus Eigensinn handelt. Margareta Maria hielt sich stets an das Gebot des Gehorsams. Jeweils am ersten Freitag jeden Monats hatte sie nun eine Vision des Herzens Jesu. In P. Claudius de la Colombiere, Rektor der Jesuiten in Paray-le-Monial, fand sie einen begnadeten Beichtvater und Seeelenführer und Mitstreiter bei der Verbreitung der Verehrung des göttlichen Herzens Jesu. Am 19. Juni 1675, in der Woche nach Fronleichnam, erschien ihr Jesus wieder, wie so oft, als sie vor dem Tabernakel kniete. Er entblößte sein Herz und sagte:

Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, dass es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, dass Herzen, die mir besonders geweiht sind, mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange ich von dir, dass der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung meines Herzens werde; dass man an dem Tage sich dem heiligen Tisch nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, dass mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluss seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die dafür sorgen, dass es auch von andern verehrt werde.

Allmählich begannen Oberin und Mitschwestern zu verstehen, dass die besondere Frömmigkeit Margareta Marias nicht aus ihr selbst kam, sondern wirklich von Jesus Christus. Diese Wertschätzung fand Ausdruck darin, dass Margareta Maria zur Assistentin und Novizenmeisterin wurde. Sie konnte nun im Kloster ungehindert und mit Erlaubnis ihrer Oberen die Verehrung des Herzens Jesu fördern. Im Jahr 1686 konnte sie erstmals das Bild des Herzens Jesu verteilen. Es wurde sogar eine eigene Herz Jesu Kapelle eingerichtet und nun gab es im Kloster regelmäßige Herz Jesu-Andachten und die jährliche Feier des Herz Jesu-Festes. Bis zu der in den Visionen von Jesus aufgetragenen Einführung des Herz Jesu-Festes in der gesamten Kirche am Freitag der Woche nach Fronleichnam war es aber noch ein weiter Weg. Die offizielle Einführung des Festes für die ganze katholische Kirche erfolgte erst im Jahr 1856 durch Papst Pius IX.
Jesus versprach ihr, dass durch die Verehrung seines göttlichen Herzens reicher Segen hervorgehen wird:

Er (Jesus) versprach mir, dass alle, die sich diesem heiligen Herzen weihen, niemals verloren gehen werden, und dass er, der Quell aller Segnungen, diese im Überfluss ausgießen wird über jene Stätten, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens ausgestellt ist, um verehrt und geliebt zu werden. Durch dieses Mittel möchte er die Zwietracht aus den Familien entfernen und denen helfen, die sich in Not befinden.

Im Jahr 1690 sollte Margareta Maria zur Ordensoberin gewählt werden, wogegen sie sich aber heftig wehrte. In den folgenden Visionen zeigte ihr Jesus, dass sie bald sterben werde. Am 8. Oktober wurde sie tatsächlich schwer krank und sie starb am Abend des 17. Oktober 1690. "Jesus" war ihr letztes Wort. Als die Nachricht von ihrem Tod bekannt wurde, riefen viele Menschen: "Die Heilige ist tot!" Margareta Maria wurde im Jahr 1864 von Papst Pius IX. selig-, am 13. Mai 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen.

Herz Jesu

Herz Jesu-Litanei

Die Herz Jesu-Litanei ist eine Frucht der neu aufblühenden Herz Jesu Verehrung des 17. Jahrhunderts, die besonders auf die Visionen von Margareta Maria Alacoque (1647-1690) zurückzuführen ist. Ihre Anrufungen stammen größtenteils von dem Priester und Schriftsteller Jean Croiset SJ (1656-1738), der mit Margareta Maria Alacoque in Briefwechsel stand. Papst Leo XIII. approbierte die Litanei 1899 für den liturgischen Gebrauch, anlässlich der Weihe der Welt an das Herz Jesu, welche durch Maria Droste zu Vischering angeregt worden war.
War sie im alten Gotteslob noch zu finden, hat das neue Gotteslob nur noch eine moderne Form einer Herz Jesu-Litanei, die mir der Ursprünglichen wenig gemeinsam hat. Dabei wäre es sicher sehr wertvoll für die Kirche, diese Litanei weiter lebendig zu erhalten. Ihre Anrufungen sind von tiefem theologischem Gehalt und zeugen davon, dass diese Litanei nicht nur Ausdruck einer privaten Form der Frömmigkeit ist, sondern vom Glauben der ganzen Kirche geformt worden ist.
P. Alfred Delp SJ (1907-1945), der vor seiner Hinrichtung durch die Nazis im Gefängnis unter anderem eine Meditation über die Herz Jesu Litanei schreibt, formuliert das folgendermaßen:

Der Litanei spürt man an, dass sie unter der sorgenden Obhut der Kirche geworden ist, nicht so sehr aus freier lyrischer Fülle betender Herzen wie andere Litaneien. Das war hier auch sehr notwendig; denn gerade bei der Herz Jesu-Verehrung kommt es bei aller Freiheit des Herzens doch sehr auf theologische Genauigkeit an. (P. Alfred Delp SJ)

Die Litanei beginnt mit einer Anrufung Jesu und der Dreifaltigkeit. Es folgen die einzelnen Anrufungen des Herzens Jesu unter verschiedenen Formen, denen jeweils ein "erbarme dich unser" angefügt wird. Die Litanei schließt mit der Bitte: "Jesus, sanft und demütig, bilde unser Herz nach deinem Herzen" und einem Gebet.
Da die ganze Litanei den Rahmen dieses Beitrags übersteigen würde, möchte ich hier nur einige Anrufungen herausgreifen, die uns zu tieferer Betrachtung anregen möchten:

Herz Jesu, des Sohnes des ewigen Vaters,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, im Schoß der jungfräulichen Mutter vom Heiligen Geist gebildet,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, du Feuerherd der Liebe,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, du Wohnstatt der Gerechtigkeit und Liebe,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, du König und Mitte aller Herzen,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, in dem die ganze Fülle der Gottheit wohnt,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, du Sehnsucht der Schöpfung von Anbeginn,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, du Quell allen Trostes,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, unsere Auferstehung und unser Leben,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung,
erbarme dich unser!
Herz Jesu, du Freude aller Heiligen,
erbarme dich unser!
Herz Jesu

Margareta Maria Alacoque sagt über die Herz Jesu-Andacht:

Ich wüsste keine Andacht im geistlichen Leben, die mehr geeignet wäre, eine dem Dienste Gottes ergebene Seele in kurzer Zeit zu einer höheren Stufe der Heiligkeit zu erheben, als diese Andacht. Ja, ich bin überzeugt, dass, wenn man wüsste, wie wohlgefällig diese für Jesus ist, es keinen Christen gäbe, der den liebreichen Erlöser nur halbwegs liebt, sie nicht sogleich ausübte. Mein göttlicher Erlöser hat mir zu erkennen gegeben, dass auch weltliche Personen durch diese Andacht alle Hilfe finden, die sie in ihrem Stand nötig haben, nämlich Frieden in ihrer Familie, Erleichterung in ihren Arbeiten, den Segen des Himmels in ihren Unternehmungen, Trost im Leiden und in diesem anbetungswürdigen Herzen eine Zufluchtsstätte im Leben und ganz besonders in der Stunde des Todes. O wie süß ist der Tod, wenn man das Herz desjenigen, der uns richten soll, stets verehrt hat!

Die zwölf Verheißungen Jesu an die hl. Margareta Maria für alle Verehrer des Herzens Jesu:

Ich werde ihnen, alle in ihrem Stande notwendigen Gnaden geben.
Ich werde ihren Familien den Frieden schenken.
Ich werde sie in allen ihren Leiden trösten.
Ich werde ihre sichere Zufluchtsstätte während ihres Lebens und besonders im Tode sein.
Ich werde überreichen Segen über alle ihre Unternehmungen ausgießen.
Die Sünder werden in meinem Herzen die Quelle und das unendliche Meer der Barmherzigkeit finden.
Die lauen Seelen werden eifrig werden.
Die eifrigen Seelen werden schnell zu großer Vollkommenheit gelangen.
Ich werde die Wohnungen segnen, in welchen das Bild meines Heiligsten Herzens aufgestellt und verehrt wird.
Den Priestern will ich die Gabe verleihen, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren.
Die Namen aller, welche diese Andacht verbreiten, sollen in meinem Herzen eingeschrieben sein.
Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen neun Monate nacheinander würdig (im Stande der heiligmachenden Gnade) die hl. Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so dass sie nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben werden; mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein.

Mehr über die Verehrung des Herzens Jesu finden Sie auf der Seite zum Herz Jesu Fest.